Andrej O. Sobolev von der russischen Botschaft, Investor Sergej Ambartsumyan, Bürgermeister Michael Müller und Vanek Bodeyan von Monarch Deutschland (v.l.n.r).
Foto: Sabine Gudath

Berlin Der Himmel war grau verhangen, aber das konnte der guten Laune von Sergej Ambartsumyan nichts anhaben. „Heute haben wir einen besonderen Tag“, sagte der 67-jährige Gründer des russischen Unternehmens Monarch – und setzte kurz darauf mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Mittwoch den symbolischen ersten Spatenstich für den Alexander Tower. Das Hochhaus ist der erste 150-Meter-Turm, der nach dem Masterplan von Hans Kollhoff aus dem Jahr 1993 errichtet wird. 

Investor Sergej Ambartsumyan (rechts) und der Regierende Bürgermeister Michael Müller.
Foto: Sabine Gudath

Der Monarch-Turm soll direkt neben dem Haupteingang des Einkaufszentrums Alexa an der Grunerstraße/Ecke Alexanderstraße in die Höhe wachsen. Mit 35 oberirdischen Geschossen wird das Gebäude das höchste Wohnhaus Berlins. Vier weitere Geschosse sind unterirdisch geplant. Gestaltet wird der Turm nach Plänen des Architekturbüros Ortner + Ortner. Ihr Entwurf sieht den Bau von 377 Wohnungen mit Größen von 24 bis 423 Quadratmetern vor.

Die Wohnungen verteilen sich auf 29 Geschosse. Auf den übrigen sind Büro- und Konferenzräume, ein Fitnessstudio, eine Club-Lounge, ein Pool, ein Wellness-Spa sowie ein Restaurant vorgesehen. Monarch investiert den Angaben nach 250 Millionen Euro. Im Jahr 2023 soll der Turm, der eine Geschossfläche von 42.000 Quadratmetern hat, fertig sein. Sergej Ambartsumyan, ein gelernter Bau-Ingenieur, hat sein Unternehmen vor 25 Jahren gegründet.

Europäische Zentrale von Monarch

Pro Jahr errichtet es Gebäude mit einer Fläche von 450.000 bis 500.000 Quadratmeter Geschossfläche – darunter Kliniken, Hotels und Bürogebäude. In Berlin hat Monarch bisher ein Haus gebaut: Ein Wohngebäude an der Bernauer Straße. Ambartsumyan verriet in kleiner Runde, dass er das etwa 60 mal 25 Meter große Grundstück am Alexanderplatz Ende 2013 für rund 30 Millionen Euro erworben habe. Damals habe man ihn für verrückt gehalten, weil der Kaufpreis so hoch war.

Er habe sich aber für Berlin entschieden, weil er glaube, dass die Stadt andere europäische Hauptstädte in der Entwicklung überholen werde. Im Turm am Alex solle die europäische Zentrale von Monarch einziehen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, er hoffe, dass der Baubeginn für den Alexander Tower der Startschuss für weitere Hochhäuser am Alexanderplatz ist – und signalisierte damit, dass er die Hochhausplanung nicht infrage stellt. Aus Reihen des Koalitionspartners von der Linken war zuvor gefordert worden, auf den Bau des Hines-Hochhauses am Alex zu verzichten.