Nein, auch Andreas Tschisch von der Berliner Polizei lehnt eine Helmpflicht ab. Doch der Leiter des Sachbereichs Verkehr im Stab des Polizeipräsidenten hätte es besser gefunden, wenn der Bundesgerichtshof gegen die Fahrradfahrerin aus Schleswig-Holstein entschieden hätte. Ein solches Urteil wäre für viele ein Anreiz gewesen, einen Helm aufzusetzen, wenn sie in die Pedale treten, sagte Tschisch. „Das hätten wir favorisiert.“ Denn jeder müsse so gut es geht Vorkehrungen dafür treffen, dass Verkehrsunfälle weniger schwere Folgen haben.

In der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die für den Verkehr in Berlin zuständig ist, gab es dagegen ein klares Lob für die Richter. „Das Urteil schafft jetzt vor allem in Versicherungsfragen Klarheit für die Zukunft“, sagte Daniela Augenstein, Sprecherin von Senator Michael Müller (SPD). Sicher: „Es ist gut und vernünftig, einen Fahrradhelm zu tragen, und wir raten allen, dies zu tun.“ Doch Regelungen, die den Fahrradverkehr unattraktiv machen, lehnen die Senatsplaner ab. „Es ist gut, dass möglichst viele mit dem Fahrrad unterwegs sind“, sagte Augenstein. Das erhöht die „Sichtbarkeit im öffentlichen Raum“ – und die Sicherheit jedes Radlers.

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