Berlin - Nach jahrelangem Streit zwischen der Staatsanwaltschaft und den Betreibern des Großbordells Artemis gehen die Geschäftsinhaber nun rechtlich gegen die Anklagebehörde vor. Vor dem Verwaltungsgericht verlangen die Geschäftsinhaber, dass die Ermittlungsbehörde ihre Behauptung zurück nimmt, es lägen nach wie vor Verdachtsmomente gegen das Unternehmen vor.

Der Streit geht zurück auf eine Razzia, die eine der größten gegen ein Berliner Unternehmen war. Im April 2016 hatten 900 Polizisten, Finanzermittler und Mitarbeiter des Zolls den Club durchsucht. Sie beschlagnahmten Geschäftsunterlagen und kontrollierten Personal und Gäste. Die beiden Geschäftsinhaber saßen anschließend vier Monate in Untersuchungshaft. Ihnen wurde Steuerhinterziehung, ausbeuterische Zuhälterei und Beihilfe zum schweren Menschenhandel vorgeworfen.

Landgericht wies Anklage zurück, Behörde hielt dennoch an Vorwürfen fest

Allerdings wies das Landgericht die Anklage im November 2018 zurück. Die Staatsanwaltschaft legte daraufhin Beschwerde dagegen ein, zog diese aber im Januar dieses Jahres zurück. Dennoch behauptete die Behörde öffentlich, dass weiterhin Verdachtsmomente bestehen.

Dagegen wehren sich nun die Betreiber. Einer ihrer Anwälte, Ben M. Irla, betonte, dass die vollständige, rückstandslose Unschuld seiner Mandanten durch das Gericht festgestellt worden sei. Das Artemis ist Berlins größtes Bordell.