Das ausgebrannte Auto am Straßenrand in Wilmersdorf.
Foto: Berliner Zeitung

Berlin-WilmersdorfLinksextreme versuchen, einen Journalisten einzuschüchtern. Zum wiederholten Mal wurde vor dessen Wohnung in Wilmersdorf sein Auto angezündet. Nach Angaben der Polizei bemerkten Gäste einer Kneipe am Dienstagmorgen, gegen 2 Uhr, einen in Brand stehenden BMW und riefen die Feuerwehr. Die Brandbekämpfer löschten die Flammen, konnten jedoch nicht mehr verhindern, dass das Auto zerstört wurde.

Durch das Feuer wurden auch ein Toyota und ein Renault beschädigt, die jeweils vor und hinter dem BMW parkten. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts übernahm die Ermittlungen, weil die Polizei ein politisches Motiv vermutet.

Politische Haltung als Begründung

Bei dem Besitzer des Wagens handelt es sich um einen Kolumnisten der im Axel-Springer-Verlag erscheinenden Boulevardzeitung B.Z. Zuletzt kritisierte er den vom Regierenden Bürgermeister verteidigten „Mietendeckel“, der in diesem Jahr in Kraft treten soll. Berlin sei auf dem Weg zur sozialistischen Planwirtschaft im Wohnungssektor, schrieb der Journalist.

Auf einer linksradikalen Internetseite behaupten Linksautonome, für den Anschlag verantwortlich zu sein, und begründen dies mit der politischen Haltung des Journalisten. So behaupten sie unter anderem, dass dieser ein „patriarchales Weltbild“ habe. Zudem nennen sie die Straße und die Wohnung, in der der Journalist lebt und nehmen Bezug auf seine Kinder. Sie sprechen weitere indirekte Drohungen aus und erwähnen, dass es sich bereits um die „zweite Abmahnung“ handele. Das Schreiben endet mit „Liebe Grüße an die Feministischen Autonomen Zellen“.

Es ist bereits die zweite Attacke

Bereits vor knapp fünf Jahren hatten Linksradikale das Auto des Kolumnisten angezündet. Auch damals wurde die Brandstiftung im Internet mit dessen konservativer Haltung begründet. Die für die Verfolgung politisch motivierter Straftaten zuständige Abteilung Staatsschutz im Landeskriminalamt übernahm auch damals die Ermittlungen, die jedoch – wie so oft in solchen Fällen – im Sande verliefen.

Nach der jüngsten Brandstiftung sprach der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes, Frank Überall, von einem „widerlichen Angriff auf die Pressefreiheit“. Das sei mit nichts zu rechtfertigen. Der Berliner SPD-Abgeordnete Tom Schreiber, bezeichnete die Brandstiftung auf Twitter unter anderem, als widerlich und menschenverachtend. Die Linksautonomen seien „ein Hort des Grauens und Feinde der Demokratie“. Schreiber wird wegen seiner harten Haltung gegenüber Linksradikalen, insbesondere zu den Bewohnern des ehemals besetzten Hauses in der Rigaer Straße 94, selbst immer wieder angefeindet und bedroht.

„Bei einem Innensenator, der linke Gewaltdelikte gegen andersdenkende Abgeordnete mit ,wer austeilt, muss auch einstecken können’ quittiert, fühlen sich Extremisten bestenfalls noch ermuntert“, kommentierte der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe den Brandanschlag. „Es muss endlich einen Konsens gegen jede Form von Gewaltdelikten geben und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.“