Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow klagt nun gegen den Bau der Gleise für die Expressverbindung zum BER.
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BerlinSchon wieder eine böse Überraschung für den BER! Endlich ist nach unzähligen Pleiten, Pech und Pannen absehbar, dass das Flughafenprojekt auf die Zielgerade einschwenkt – da grätscht wieder jemand dazwischen. Diesmal geht es um die geplante Bahnverbindung, auf der Expresszüge in nur 21 Minuten vom BER zum Berliner Hauptbahnhof fahren sollen.

Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow klagt gegen den Planfeststellungsbeschluss, mit dem der Bau von diesen und weiteren Gleisen genehmigt wurde. Das Projekt liegt nun auf Eis, und es zeichnet sich ab, dass es sich um Jahre verzögert.

Es geht unter anderem um Radwege, die entlang der Straßen entstehen sollen, die künftig sechs Bahnübergänge ersetzen. Gefordert wird, dass die Bahn weitere finanzielle Verantwortung übernimmt.

Bahn und Gemeinde müssen Kompromiss finden

Dass die Gemeinde klagt, um die gesamte Genehmigung für den Streckenneubau inklusive der Kurve Richtung BER auf ihrem Gebiet zu kippen, ist ihr gutes Recht. Doch der Eindruck, dass mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird, bleibt. Es fragt sich, ob sich dieses Problem nicht auch anders lösen ließe – indem sich Bahn und Gemeinde entgegenkommen.

Der Neubau der Dresdener Bahn, um den es geht, steht unter einem schlechten Stern. Ein Streit darüber, ob sie Lichtenrade nicht besser   in einem Tunnel unterqueren sollte, sorgte für jahrelange Verzögerungen. Ein gewisser Klaus Wowereit, in Lichtenrade gebürtig, unterstützte damals die Anlieger. Erst 2015, rekordverdächtige 18 Jahre nach dem Antrag, kam die Genehmigung für den Lichtenrader Teil. In Berlin konnte zwar der Bau Anfang 2019   endlich beginnen. Doch ohne den Abschnitt im benachbarten Blankenfelde-Mahlow ist das Bahnprojekt sinnlos.