Berlin- Schwarz, feministisch, lesbisch, Dichterin, Kämpferin, Mutter. So beschrieb sich die 1992 verstorbene US-Amerikanerin Audre Lorde gerne selbst. Damit vereint sie Eigenschaften, die im Berliner Straßenbild unterrepräsentiert sind. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will das mit einer Audre-Lorde-Straße ändern.

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat auf ihrer Sitzung am Mittwoch entschieden, den nördlichen Teil der Manteuffelstraße umzubenennen. In Kreuzberg verbrachte Lorde einen Teil ihres Lebens, sie lehrte als Gastprofessorin an der Freien Universität und engagierte sich für afrodeutsche Frauen. 

Die BVV hatte bereits 2005 beschlossen, Straßen zunächst nur noch nach Frauen zu benennen und sich schon im Februar 2019 auf Audre Lorde festgelegt. Unklar war nur, welche Straße in Kreuzberg dafür erwählt würde.

Grafik: BLZ/Hecher

Bei einer postalischen Umfrage und einer Onlineveranstaltung am 4. Mai konnten interessierte Anwohnende abstimmen. Auf den nördlichen Teil der Manteuffelstraße (ab Skalitzer Straße bis Köpenicker Straße) entfielen dabei 26 Prozent der 466 abgegebenen Stimmen. 16 Prozent hätten den nördlichen Teil der Wrangelstraße bevorzugt, 15 Prozent einen Teil der Adalbertstraße und 29 Prozent die Admiralstraße.

Die Beschlussvorlage des Queer-Ausschusses für Mittwoch lautete dennoch auf Umbenennung der Manteuffelstraße, benannt nach Otto Theodor von Manteuffel (1805–1882), der sich als preußischer Ministerpräsident gegen die Demokratiebewegung einsetzte. Der südliche Teil der Straße bis Paul-Lincke-Ufer bleibt nach ihm benannt.