Berlin - Diesmal darf US-Präsident Barack Obama direkt ans Tor. Der US-Präsident wird bei seinem Berlin-Besuch am 19. Juni eine öffentliche Rede am Brandenburger Tor halten, teilte am Dienstag ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington offiziell mit.
Zum letzten Mal war Obama vor fünf Jahren, im Juli 2008, als Präsidentschaftskandidat in Berlin. Damals hatte er sich vergeblich darum bemüht, am Brandenburger Tor aufzutreten.

Er hielt an der Siegessäule eine Rede – vor 200.000 Menschen. Diesmal werden es erheblich weniger sein, die seinen Auftritt direkt miterleben dürfen. Aufgrund der Gegebenheiten am Pariser Platz werde nur „eine begrenzte Zuhörerzahl“ möglich sein, heißt es aus Regierungskreisen. "Wir rechnen mit maximal eintausend Plätzen." Wie die Zuhörer ausgewählt werden, ist noch unklar.

Obama kommt am 18. Juni auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel für zwei Tage zu einem Arbeitsbesuch in die deutsche Hauptstadt. Präsident Joachim Gauck wird ihn mit militärischen Ehren empfangen.

Bei seiner Rede vorm Tor werde Obama über die „tiefen und dauerhaften“ Beziehungen zwischen den USA und Deutschland sprechen, über die grundlegende Bedeutung der transatlantischen Verbindungen und über die gemeinsamen Werte, die die USA mit der Bundesrepublik verbinden, teilte das Weiße Haus am Mittwoch mit. „Der Präsident freut sich darauf, Kanzlerin Merkel zu treffen und direkt zur deutsche Bevölkerung zu sprechen“, heißt es in der Erklärung.

Das genaue Programm für den Besuch wird seit Wochen von amerikanischer und deutscher Seite ausgearbeitet, viele Details sind noch offen. Erwartet wird, dass Michelle Obama ihren Mann nach Berlin begleitet. Die Gäste werden mit Angela Merkel wohl im Schloss Charlottenburg zu Abend essen.

Enormer Sicherheitsaufwand

Übernachten werden die Obamas im Hotel Ritz-Carlton am Potsdamer Platz. Wie bei früheren Präsidenten-Besuchern wird der Sicherheitsaufwand enorm sein.

Seit seinem ersten Amtsantritt im Januar 2009 ist es der erste Besuch des US-Präsidenten in Berlin. Er schließt seine Reise in die Bundeshauptstadt an die Teilnahme am G 8-Gipfel in Nordirland Mitte Juni an. Senatssprecher Richard Meng sagte am Mittwoch: „Wir freuen uns auf den Besuch. Dass eine Rede des amerikanischen Präsidenten geplant ist, wertet den Besuch weiter auf und ist auch ein schönes Signal an Berlin, wo vor fast exakt 50 Jahren John F. Kennedy eine so wichtige Rede gehalten hat.“ Kennedy hatte am 26. Juni 1963 seine „Ich bin ein Berliner“-Rede gehalten. Er war der erste US-Präsident, der nach dem Mauerbau in die geteilte Stadt kam. Vor dem Schöneberger Rathaus betonte er den Wert der Freiheit und sicherte Berlin und der Bundesrepublik Deutschland seine Solidarität zu.

Vor dem Brandenburger Tor hat auch Ronald Reagan geredet. Am 12. Juni 1987 forderte er dort: „Mister Gorbatschow – reißen Sie diese Mauer nieder!“ Auch andere US-Präsidenten kamen nach Berlin, Bill Clinton sogar zweimal: 1994 und 1998, und Georg W. Bush war 2002 in der Stadt. (mit fra.)