Berlin - Zwei gestresste Autofahrer im morgendlichen Berufsverkehr und ein riskantes Überholmanöver. Eine Situation, wie sie in Berlin Tag für Tag unzählige Male vorkommt. Doch am Mittwoch eskalierte die Situation: Einer der beiden Streithähne soll eine Schusswaffe gezogen und seinen Kontrahenten damit bedroht haben. Der Mann ist Polizist. Nun wird gegen ihn ermittelt.

"Ein 38-jähriger Skoda-Fahrer wechselte am Mittwochmorgen auf der Bitterfelder Straße kurz vor der Märkischen Allee den Fahrstreifen, wodurch ein 24-Jähriger, der mit seinem Toyota auf diesem Fahrstreifen unterwegs war, nach eigenen Angaben zu einer Gefahrenbremsung gezwungen worden sein soll", so ein Polizeisprecher. Der 24-Jährige hupte - woraufhin der 38-Jährige an der nächsten Ampel ausstieg und auf den Toyota zuging. Als er versuchte, die Fahrertür aufzureißen, eskalierte die Situation.

In den Lauf der Waffe geblickt

Der Polizeisprecher: "Der Toyota-Fahrer soll dann die Scheibe einen Spalt geöffnet und gesagt haben, dass er Polizist sei. Dabei erblickte der 38-Jährige nach eigenen Angaben eine Waffe, die der Toyota-Fahrer vor seinem Oberkörper gehalten haben soll. Der Lauf habe dabei in Richtung des 38-Jährigen gezeigt."

Verschreckt sei der Mann zu seinem Auto zurückgegangen, habe die Polizei gerufen und sei dem 24-Jährigen hinterhergefahren. Dessen Ziel: Der Polizeiabschnitt 62 in Biesdorf. Hier zeigten sich die Männer gegenseitig an. "Der 24-Jährige, der Polizist der Polizei Berlin ist, sieht jetzt einem Verfahren wegen Bedrohung mit Waffen entgegen", bestätigte der Polizeisprecher. Und weiter: "Bei der Waffe handelte es sich um eine Schreckschusswaffe, die beschlagnahmt wurde."

Gegen den 38-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Nötigung im Straßenverkehr eingeleitet.