Am Donnerstagabend haben die Bezirksverordneten in Lichtenberg die SPD-Politikerin Birgit Monteiro (45) zur neuen Bezirksbürgermeisterin gewählt. Allerdings waren dafür zwei Wahlgänge nötig. Von den 53 anwesenden Verordneten stimmten am Ende 27 für Monteiro, 26 dagegen. Im ersten Wahlgang hatten nur 25 für sie, aber 28 gegen sie gestimmt.

Die gelernte Landmaschinenschlosserin aus Strausberg übernimmt die Nachfolge von Andreas Geisel (SPD), der vom Bezirksbürgermeister zum Senator für Stadtentwicklung aufgestiegen ist. Und so wie einst Geisel brauchte auch die pragmatische SPD-Abgeordnete für ihre Wahl die Stimmen von CDU und Grünen im Bezirksparlament. Beide Fraktionen hatten erneut eine Zählgemeinschaft mit der SPD vereinbart, um im Dreierbündnis mehr Stimmen zu haben als die stärkste Fraktion im Bezirk, die Linke.

Warum zwei Verordnete aus dem Bündnis erst im zweiten Wahlgang für Monteiro stimmten, darüber wurde am Abend spekuliert. Doch die meisten Verordneten taten das als „Geplänkel“ ab. Auch Geisel hatte 2011 erst im zweiten Wahlgang die nötige Mehrheit erreicht.

Die neue Bürgermeisterin will den von Geisel vorgezeichneten Weg weiterbeschreiten: Lichtenberg als familienfreundlicher Bezirk, in den zunehmend Menschen mit Kindern ziehen. Sie will die stetig sinkende Zahl der Arbeitslosen im Bezirk noch weiter senken, sich besonders um die 17 Brennpunktschulen in Lichtenberg kümmern und Betriebe davon überzeugen, dass ältere Mitarbeiter ihren Nachfolger behutsam einarbeiten.

Monteiro hat Geschichte und Germanistik studiert, sie arbeitete bisher als Geschäftsführerin eines Verbandes für Nachbarschaftshäuser. Mit dem Wechsel ins Lichtenberger Rathaus, gibt sie ihren Platz im Abgeordnetenhaus auf. Ihr Nachfolger dort könnte Gregor Költzsch aus Lichtenberg werden.