Kleinmachnow - Eltern müssen 1000 Euro Schulgeld und mehr bezahlen. Pro Monat. Gut 700 Schüler aus 60 verschiedenen Nationen lernen an der Berlin Brandenburg International School (BBIS), die auf einem knapp 400 000 Quadratmeter großen Areal in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) residiert, oben auf dem Seeberg. Es ist Brandenburgs exklusivste und teuerste Privatschule. Diplomatenkinder und Managerkinder schlendern in Grüppchen über den Campus, die Eltern sind meist vermögend, mitunter auch prominent.

Jeder zehnte Schüler im Land besucht inzwischen eine Privatschule. Dabei können Eltern und Kinder zwischen völlig verschiedenen Angeboten wählen. Es gibt kleine reformpädagogische Einrichtungen, Waldorfschulen, die Bildungseinrichtungen der evangelischen Schulstiftung oder auch katholische Schulen wie das Bernhardinum in Fürstenwalde. Und eben Privatschulen.

„Klar, die Eltern geben hier fast 200.000 Euro für die Schulkarriere ihres Kindes aus“, sagt BBIS-Schulleiter Peter Kotrc in seinem mit grellgelber moderner Malerei ausgeschmückten Büro. Der Mann stammt aus Wien und hat schon mehrere internationale Schulen geleitet. Seit fünf Jahren wirkt er in Kleinmachnow. Man führe schon genaue Eingangsprüfungen durch und frage die Eltern auch, ob sie solch ein finanzielles Engagement wirklich verkraften können.

Zwei Hauptgründe sieht Kotrc, warum Eltern ihre Kinder an die BBIS zu schicken. Sie misstrauten den staatlichen Schulen. Oder sie wollen ihre Kinder auf ein Studium in den USA oder Großbritannien vorbereiten, damit sie beste Karrierechancen haben.

Alles auf Englisch

Da ist es hilfreich, dass die BBIS die einzige Schule in der Metropolregion Berlin ist, die alle vier Formen des International Baccalaureate anbietet – den internationalen Abschluss nach strikten, einheitlichen Vorgaben. „Für Schüler ist es damit einfacher, von Kleinmachnow nach Peking oder New York zu wechseln als von Bremen nach Bayern“, scherzt Kotrc. Seine Schule sei wie ein globales Dorf.

Tatsächlich sieht es hier auf dem Seeberg so aus wie in einer Kulissenlandschaft deutscher Zeitgeschichte. Die vier massiven Bauten, in denen heute die Schüler lernen, errichteten die Nationalsozialisten einst als Reichspostamt – und das angrenzende Schulinternat in einem DDR-Plattenbau beherbergte früher Schüler der SED-Parteihochschule. Heute ist Englisch die Unterrichtssprache und so sprechen die Schüler auch untereinander in den Pausen. „Es ist nicht immer einfach, Freundschaften zu pflegen, weil viele Schüler nach ein paar Jahren weiterziehen“, sagt ein Schüler mit Steppjacke. Ein Sicherheitsdienst schützt das umzäunte Gelände, Besucher erhalten am Eingangshäuschen einen Ausweis, um das Areal betreten zu dürfen.