Symbolbild
Foto: imago

Berlin-BuchIn Berlin-Buch haben sich am Montagabend zwei Gruppen Jugendlicher und junger Erwachsener eine Schlägerei geliefert. Nach Angaben der Polizei attackierte kurz nach 18 Uhr im Schlosspark an der Wiltbergstraße eine 30-köpfige Gruppe eine zehnköpfige Personengruppe. Die Kontrahenten hätten mit Fäusten und Stöcken aufeinander eingeschlagen, teilte die Polizei mit. Hintergrund ist die sexuelle Belästigung einer 13-Jährigen, für die sich die Freunde des Mädchens offenbar rächen wollten - und stattdessen selbst Prügel bezogen.

Am 10. Dezember soll die 13-Jährige laut Polizei an einer Bushaltestelle am S-Bahnhof Buch auf eine etwa zehnköpfige Gruppe Jugendlicher getroffen sein. Einer der jungen Männer soll ihr unter anderem an den Po gefasst haben. Davon erzählte die 13-Jährige ihrer großen Schwester und ihrem Bruder. Nach Angaben der Polizei verabredete man sich daraufhin mit der Gruppe via Facebook im Park, um die Sache „zu klären“. Jeder trommelte seine Freunde zusammen.

Die Gruppe um das Mädchen bestand aus zehn Deutschen, die am Montagabend plötzlich auf eine zahlenmäßig überlegene Gruppe aus insgesamt etwa 30 Afghanen, Arabern und Bulgaren traf. Bei der nun folgenden Prügelei wurden nach Angaben eines Polizeisprechers mindestens sechs Beteiligte im Alter zwischen 16 und 24 Jahren verletzt. Der Bruder der 13-Jährigen wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Clubleiter verweigert Polizisten den Zutritt

Die Verletzten, die der Polizei bekannt wurden, gehören alle zur Gruppe des 13-jährigen Mädchens. Die 20-jährige Schwester soll Reizgas eingesetzt haben, um ihren Bruder zu schützen, der ebenfalls mit dabei war.

Als die Polizei anrückte,  entfernten sich die Kontrahenten. Die Beamten wussten, dass sich Beteiligte der Prügelei in den benachbarten Jugendclub „Der Alte“ am S-Bahnhof Buch - eine Einrichtung des Bezirksamts Pankow - zurückgezogen hatten. Der Leiter verweigerte den Polizisten den Zutritt und verlangte nach Angaben des Polizeisprechers einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss.

Den bekam er auch, obwohl die Beamten auch wegen „Gefahr im Verzug“ die Räume hätten betreten können, um Tatverdächtige zu ermitteln. In dem Jugendclub überprüften die Polizisten dann mehrere Personen. Die Polizisten leiteten Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung ein.

Der Leiter des Jugendclubs wollte sich auf Anfrage dieser Zeitung zu dem Geschehen nicht äußern.