Happy End für Silke Jähn (*Name geändert). Die alleinziehende Mutter, die arbeitslos und an Krebs erkrankt ist, bekommt ihr Übergangsgeld in den nächsten Tagen ausgezahlt. Das teilte ein Sprecher des Jobcenters am Donnerstag der Berliner Zeitung mit. „Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten“, sagte ein Sprecher.

Das Schicksal der 44-jährigen Charlottenburgerin habe auch die Mitarbeiter der Behörde berührt, weswegen man nun schnell helfen wolle. Wie mehrfach berichtet hatte die alleinerziehende Mutter von zwei Kindern beim Jobcenter bisher vergeblich um Hilfe gebeten.

Geld rückwirkend von Mai an angewiesen

Stattdessen war sie aufgefordert worden, bei anderen Trägern Anträge zu stellen, die von vorneherein aussichtslos waren. „Das Jobcenter hat das Geld heute rückwirkend von Mai an angewiesen, es dürfte in den nächsten Tagen auf dem Konto sein“, sagte der Sprecher weiter. Gleichzeitig wird Silke Jähn eine umfassende persönliche Beratung darüber angeboten, welche Hilfen ihr in ihrem speziellen Fall zustehen und bei welchen Trägern sie zu beantragen sind.

Eine Panne hat es aber doch noch gegeben. In den nächsten Tagen wird Silke Jähn einen Brief von der Arbeitsagentur erhalten, in der ihr mitgeteilt wird, dass das Arbeitslosengeld I (ALG I) eingestellt wird, weil sie länger als sechs Wochen krank sei. Dazu muss man sagen, dass Silke Jähn noch gar kein ALG I bekommen hat und auch noch nicht sechs Wochen krank ist.

Vermutlich Automatismus

Warum dieser Brief losgeschickt wurde, konnte der Sprecher auch nicht sagen. Er vermutete, dass es sich um einen Automatismus handele, „weil da wohl zwei Ämter nicht miteinander gesprochen haben“. Er versicherte aber, dass Silke Jähn diesen Brief einfach ignorieren kann.

Das Schicksal der 44-Jährigen hat bei unseren Lesern ein großes Echo hervorgerufen. Vielen haben in der Redaktion angerufen und gemailt, weil sie helfen wollten. Die Redaktion hat diese Hilfsangebote an Silke Jähn weitergeleitet, die sich sehr darüber freut. „Diese Unterstützung tut mir wirklich gut“, sagte sie Donnerstag am Telefon. „Ich hatte heute Arzttermine und bin noch nicht dazu gekommen, mich bei allen zu melden, aber das werde ich in den nächsten Tagen machen.“