Arik Levy mag den Olivaer Platz. „Es ist ein guter Ort für die Skulptur“, sagt er. Arik Levy ist ein bekannter israelischer Designer. Gerade ist er zu Besuch in Berlin. Um die Mittagsstunde steht er am Olivaer Platz in Charlottenburg auf einer kleinen dreieckigen Fläche direkt am Kudamm in den Blumenrabatten. Sein Blick fällt auf die Bushaltestelle, die Geschäfte, die vorüber laufenden Menschen. Er wirkt ganz zufrieden.

Wenn es nach dem Willen einer jüdischen Künstlerinitiative geht, wird an dieser Stelle bald eine Skulptur aufgestellt, die Levy entworfen hat. Levy gefällt, dass der Platz mitten im Zentrum von Berlin ist, so dass ständig Menschen vorbei laufen werden. „Sie werden den Davidstern erkennen und sie werden dabei nicht an Tod und Vernichtung denken“, sagt Levy.

Er hat einen Kerzenhalter entworfen. Es gibt ihn in Aluminium und Bronze, versilbert und vergoldet. Betrachtet man ihn von der Seite, ergibt sich die Kontur eines Davidsterns. Vor ein paar Jahren kamen Avitall Gerstetter, Kantorin an der Neuen Synagoge in Mitte, und ihr Partner Samuel Urbanik auf die Idee, den Leuchter in einer Größe von über dreimal drei Metern auf dem Olivaer Platz aufzustellen.

Freundliche, lebensbejahende Form

Am liebsten in einer Kombination mit Bänken und einem Café. „Der Olivaer Platz wird durch diese Skulptur auf neue Weise zu einem Ort der Begegnung. Zu den jüdischen Feiertagen wird die Levy-Skulptur illuminiert und dabei symbolisch aufscheinen lassen, dass der Bereich um den Olivaer Platz einst eines der Zentren jüdischen Lebens in Berlin war“, sagt Avitall Gerstetter.

Jüdisches Leben, jüdische Normalität im Berliner Straßenbild sichtbar machen, das will die Künstlergruppe in erster Linie erreichen. Denn Stolpersteine, Gedenktafeln, das Mahnmal erinnern an den Holocaust, aber nicht an jüdische Gegenwart. „Dies ist eine freundliche, lebensbejahende Form, auf jüdisches Leben aufmerksam zu machen. Ich empfinde das als Bereicherung“, sagt der Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Grüne), der das Projekt unterstützt.

Mittlerweile hat die Skulptur ein Auf und Ab an Realisierungschancen durchlaufen. Die Initiative hat die Pläne im Bezirk vorgestellt, die Bezirksverordneten haben sich dafür ausgesprochen.

Widerspruch vom Landschaftsplaner

Allerdings gibt es auch Widerspruch. Der Landschaftsplaner Christian Meyer kümmert sich seit 20 Jahren nahezu ehrenamtlich um diese kleine dreieckige Fläche. Er hat Staudenbeete angelegt. Vom Bezirk bekommt er dafür pro Jahr 500 Euro und durfte ein paar Werbeschilder aufstellen. Er hat sich gegen die jüdische Skulptur ausgesprochen. „Ich kann mir vorstellen, dass man einen Kompromiss findet“, sagt zwar Baustadtrat Marc Schulte (SPD), ein Plätzchen zum Gehweg hin für die Skulptur, dahinter die Stauden. Aber den Künstlern wäre das zu klein und der Landschaftsplaner möchte nicht zum reinen Beiwerk werden. Mittlerweile sind verhärtete Fronten entstanden. Am Mittwoch werden sich deshalb zwei Bezirksausschüsse mit Skulptur und Stauden befassen.

Arik Levy hält sich aus dieser Diskussion lieber raus. Vernünftig fände er eine Einigung. „Man sollte kooperieren. Totalitäres Verordnen hat noch nie funktioniert“, sagt er. Die Skulptur würde dem Platz allerdings Bedeutung verleihen, findet er. Sie sei als Denkanstoß gedacht und den könne die Gesellschaft sicherlich gebrauchen.