Rechte Demo-Teilnehmer am Großen Stern.
Foto: AFP/John Macdougal

BerlinDie Polizei ist am Samstag in Berlin mit rund 1100 Kräften im Einsatz gewesen, um Demonstrationen zu begleiten. Fast 40 Versammlungen seien angemeldet worden, teilte die Behörde am Vormittag bei Twitter mit. Dabei werde natürlich auch auf die Einhaltung der Regeln zur Eindämmung des Coronavirus geachtet, hieß es. Die Polizei stellte sich auf zahlreiche Proteste gegen die Corona-Einschränkungen sowie auf Gegendemonstrationen in Berlin ein.

Demo am Großen Stern musste beendet werden

Eine Demonstration am Großen Stern unter dem Motto „Heimat und Weltfrieden“ am Mittag war vom Veranstalter beendet worden, nachdem sich die Teilnehmer nicht an die Vorgaben gehalten hatten, wie die Polizei per Twitter mitteilte. Erlaubt waren nur 50 Teilnehmer, es seien aber wohl annäherend 100 gewesen, hieß es weiter.

Von einigen Demonstranten wurden die Personalien aufgenommen, nach Polizeiangaben unter anderem wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz.

Demo gegen Rechts vor der Volksbühne

Vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz demonstrierten am Mittag mehrere Dutzend Menschen gegen Rechts. Vom Theatergebäude hingen Transparente mit der Aufschrift „Kein Platz für Antisemitismus“ und „Kein Platz für Verschwörungsideologien“. Für den Platz hatte es Anmeldungen unter anderem vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und von Anwohnerinitiativen gegen Verschwörungstheorien und für Solidarität in der Corona-Krise gegeben.

Die Demonstrationen waren am Samstag zumeist kleinteilig - große Versammlungen gegen die Corona-Maßnahmen wie an vorangegangenen Wochenenden gab es nicht. Vergangenen Samstag folgten dem Aufruf von Fernsehkoch Attila Hildmann laut Polizei etwa 700 Menschen zum Reichstagsgebäude. Am Alexanderplatz waren vor zwei Wochen mehr als 1200 Menschen unerlaubt zu teils aggressiven Protesten zusammengekommen.

Eine Polizeisprecherin zog am frühen Abend eine positive Bilanz. Es habe eine Vielzahl von Kundgebungen in der Hauptstadt gegeben, diese seien störungsfrei abgehalten worden. Einige Menschen wurden vorübergehend festgenommen, die Sprecherin nannte eine Zahl im niedrigen dreistelligen Bereich. Genaue Angaben gab es noch nicht.