Die Zentrale der Deutsche Wohnen in Berlin.
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Die Deutsche Wohnen muss wegen des Berliner Mietendeckels im November Tausende Mieten in der Hauptstadt senken. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Nach dem Gesetz sind dann Bestandsmieten zu reduzieren, die mehr als 20 Prozent über der zulässigen Obergrenze liegen. „Hiervon sind circa 30 Prozent unserer Berliner Mietverhältnisse betroffen“, sagte Vorstandsmitglied Lars Urbansky am Freitag.

Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit Mietausfällen von neun Millionen Euro durch das Gesetz, im nächsten Jahr sind es 30 Millionen Euro. Bundesweit hatte der Konzern im vergangenen Jahr Mieteinnahmen in Höhe von 862 Millionen Euro.

Deutsche Wohnen steigt in Dax auf

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen sieht sich durch die Aufnahme in den Dax in seiner Strategie bestätigt. Das Unternehmen behalte für künftiges Wachstum die boomenden Metropolregionen im Blick, sagte Vorstandschef Michael Zahn am Freitag. Der Sprung in den Dax bedeute auch große Verantwortung. „Wir übernehmen Verantwortung für Mitarbeiter, Mieter und selbstverständlich unsere Aktionäre.“

Angesichts steigender Mieten steht die Deutsche Wohnen vor allem in Berlin in der Kritik. Dort ist sie der größte private Vermieter. Mietervertreter fürchten, dass der Druck auf Mieter zunimmt, wenn der Konzern in den Dax aufsteigt. Im wichtigsten deutschen Index wird sie zum 22. Juni den Platz der Lufthansa einnehmen.

Zahn verwies auf Corona-Hilfsfonds des Unternehmens. Der Fonds hat einen Umfang von 30 Millionen Euro. „Bis heute haben uns etwa 1400 Anfragen besorgter Mieter erreicht“, sagte Zahn. Die Deutsche Wohnen werde gut durch die Corona-Krise kommen.

116.000 von insgesamt 160.000 Wohnungen des Konzerns liegen in Berlin. Eine Abkehr von ihrem wichtigsten Markt plant die Deutsche Wohnen nicht. „Wir werden hier auch in Zukunft weiterhin ein starkes Standbein haben“, sagte Vorstandschef Michael Zahn bei der Hauptversammlung. Bei Neubauprojekten stehen aber auch süddeutsche Städte wie München und Stuttgart im Blick.