Eine U-Bahn der Linie 8 fährt in den Bahnhof Kottbusser Tor ein.
Foto:  dpa/Christoph Soeder

BerlinDie Stationen Kottbusser Tor und Schönleinstraße sind die Drogen-Hotspots unter den Berliner U-Bahnhöfen. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe auf Anfrage des AfD-Abgeordneten Gunnar Lindemann hervor.

Demnach hat die Polizei 2019 von Januar bis Oktober am „Kotti“ 130 Verstöße registriert und am U-Bahnhof Schönleinstraße im selben Zeitraum 121 Vorfälle - beide U-Bahnhöfe sind unter anderem Stationen der Linie U8. Auf den Plätzen drei und vier folgen die U-Bahnhöfe Görlitzer Bahnhof (Linie U1/U3) und Hermannplatz (Linie U7/U8).

Insgesamt wurden laut Senatsverwaltung 2019 von Januar bis Oktober 1284 Rauschgiftdelikte von der Polizei aufgenommen. In den beiden Vorjahren waren es im Gesamtjahr jeweils rund 1400 Straftaten. Zu den Rauschgiftdelikten gehören laut Polizei neben dem unerlaubten Erwerb unter anderem auch der unerlaubte Besitz und Handel mit Drogen.

Videoüberwachung an allen Berliner Bahnhöfen

„Wenn dieser rot-rot-grüne Senat mehr Menschen zur Nutzung des ÖPNV in Berlin bewegen will, müssen erst einmal die Grundvoraussetzungen dafür geschaffen werden“, kommentierte Lindemann die Antwort der Senatsverwaltung. Dazu gehörten insbesondere sichere Züge und sichere Bahnhöfe der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). „Um das Sicherheitsempfinden auf den Berliner U-Bahnhöfen zu erhöhen, werden aktuell alle Bahnhöfe mit Videokameras ausgestattet“, ließ die BVG über die Senatsverwaltung mitteilen.

Die aktuelle Situation, von der nicht nur Kunden, sondern aus Beschäftigte betroffen seien, werde als „extrem belastend“ empfunden. Der BVG stünden rechtlich jedoch nur das Aussprechen eines Hausverbotes oder das Stellen von Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs zur Verfügung.