Zuhälter und Menschenhändler versuchen in Berlin offenbar, die Not der ukrainischen Flüchtlinge auszunutzen. Solche Versuche soll es nicht nur am Hauptbahnhof, wo jeden Tag Tausende aus der Ukraine ankommen, gegeben haben, sondern auch am Zentralen Omnibusbahnhof in Charlottenburg. Helfer berichten unabhängig voneinander, dass Unbekannte allein reisenden geflüchteten Frauen dubiose Schlafplatzangebote gemacht hätten.

„Zuhälter schicken ihre aus der Ukraine stammenden Zwangsprostituierten, weil Frauen den Kontakt zu Frauen besser herstellen können“, sagte eine Helferin der Berliner Zeitung. Mehrfach seien auch andere dubiose Gestalten aufgefallen, die von Helfern angesprochen wurden.

Bestätigen kann die Berliner Polizei dies bislang zwar nicht. „Einen konkreten Fall haben wir noch nicht“, sagt ein Polizeisprecher dazu auf Anfrage. „Aber wir sind sensibilisiert und haben ein Auge darauf. Wir bitten auch darum, bei entsprechenden Hinweisen Anzeige zu erstatten.“

Über tausend Flüchtlinge kamen in der Nacht am ZOB an

Weil es bereits seit der vergangenen Woche entsprechende Hinweise gab, ist das Landeskriminalamt nach Angaben von Ermittlern mit zivilen Beamten am ZOB präsent. Auch uniformierte Beamte sind mit einem Streifenwagen da. In der Nacht zum Montag kamen dort nach Angaben des Malteser Hilfsdienstes weit über 1000 Menschen an, was die Lage für Ermittler und Helfer noch unübersichtlicher macht. In der Nacht zuvor waren es nur rund 250 Ankommende gewesen.

Ähnliche Vorkommnisse wie am ZOB gab es offenbar auch am Berliner Hauptbahnhof. „Wir bekamen verschiedene Hinweise von Helfern, dass einige zwielichtige Gestalten dort herumlaufen und Frauen Angebote unterbreiten“, sagt ein Sprecher der Bundespolizei. Nach seinen Worten konnten die Beamten auch beobachten, wie diese Personen Alleinreisende ausspähten. Als Bundespolizisten sich diesen Personen näherten, rannten diese weg. Nach Angaben des Sprechers erteilten die Beamten inzwischen mehrere Platzverweise.