Kalte Dusche, warme Füße: Wie wir uns selbst winterfest bekommen

Damit der Blick zum Thermostat in diesem Winter nicht zum Dauerbrenner wird: Hier ein paar Tipps zum Abhärten und Heizkosten-Sparen.

Decke, Tee trinken und weitere Tipps für Frostbeuteln
Decke, Tee trinken und weitere Tipps für Frostbeutelndpa/Ole Spata

Viele Menschen sorgen sich in diesen Tagen davor, im kommenden Winter in der eigenen Wohnung zu frieren. Die Furcht vor zu hohen Heizkosten lässt uns jetzt schon ängstlich auf den Thermostat blicken.

Grundsätzlich müssen die Wohnräume jedoch in den kalten Monaten beheizt sein. Anderenfalls drohen Schimmelbildung und gesundheitliche Probleme. Ein paar Tricks gibt es aber, damit man nicht komplett unvorbereitet und verzärtelt durch den Winter kommt.

1. Die Wohnung muss nicht auf 25 Grad aufgeheizt sein

Niemand friert gerne daheim, schon gar nicht, wenn man pandemiebedingt immer noch im Homeoffice arbeitet. Man kann die Wohnräume aber auch überheizen. „Raumtemperaturen von 18 bis 19 Grad waren noch vor wenigen Jahrzehnten völlig normal“, sagt Martin Exner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Ein Absenken auf diese Temperaturen sehe er deshalb nicht kritisch.

„Kritisch wird es erst dann, wenn man dauerhaft auskühlt. Bei sitzenden Tätigkeiten muss man neben warmer Kleidung vielleicht auch eine Wolldecke für das persönliche Wohlbefinden berücksichtigen“, so Exner. Auch Bewegung zwischendurch helfe. Durch körperliche Aktivität erzeuge der Körper Wärme. „Wer allerdings krank ist, sollte sich besonders schützen“.


2. Abhärten

Wer sich abhärtet, das heißt, Kältereizen bewusst aussetzt, der kommt weniger fröstelnd durch die kalte Jahreszeit. Der Klassiker sind Wechselduschen. Dabei beginnt man warm und endet kalt, immer ausgehend von den Füßen nach oben. Der auf Naturheilkunde spezialisierte Mediziner Andreas Michalsen würde nach eigenen Worten allen Menschen raten, Kalt-Warm-Duschen, Saunagänge oder Kneipp-Anwendungen wie das Wassertreten zu machen. Solche Kalt- und Warmreize seien ein Stressor für den Körper, wie Sport zum Beispiel auch. „Das heißt, der Körper wird trainiert und passt sich an“, sagt der Professor für Klinische Naturheilkunde der Charité sowie Chefarzt der Abteilung Innere Medizin und Naturheilkunde am Immanuel-Krankenhaus in Berlin.

„Wer übertrieben gesagt immer nur mit Wärmflasche bei 22 Grad im Zimmer sitzt, dessen Körper kann etwa bei Schmuddelwetter Probleme mit der Anpassung haben – und wird damit anfälliger für Erreger“, so Michalsen. „Deshalb ist es ratsam, nicht immer in der Temperaturkomfortzone zu bleiben.“


3. Richtig anziehen

Zuhause soll’s bequem sein und kuschelig. Achten Sie auf die richtige Kleidung im eigenen Heim, um sich gut und warm zu fühlen: Dicke Socken, warme Pantoffeln und natürlich auch der schon häufig erwähnte dicke Wollpullover helfen, damit man auch bei niedrigeren Heiztemperaturen nicht gleich frieren muss.

Wichtig ist hierbei, auf Naturfasern zu achten, in Polyesterpullovern kommt man höchstens ins Schwitzen.

4. Richtig trinken


Ein schönes Glas Rotwein, vielleicht sogar etwas Gebranntes – viele Menschen glauben, dass Alkohol von innen wärmt. Doch bei größeren Mengen ist das Gegenteil der Fall, der Alkohol erweitert die Gefäße und wir kühlen schneller aus. Also im Winter vielleicht lieber auf Tee umsteigen.


5. Bewegen

Regelmäßiger Sport an der frischen Luft, auch wenn es draußen kalt ist. Das stärkt Kreislauf und Immunsystem. Dabei muss man es nicht gleich übertreiben und stundelang joggen, moderate Bewegung im Freien ist die beste Methode. Auch hier sollte auf adäquate Kleidung geachtet werden. Grundsätzlich gilt: Nicht zu dick, denn dann kommt man zu sehr ins Schwitzen und kann sich erkälten.

Eine Faustregel besagt, dass man beim Verlassen des Hauses kurz das Gefühl haben sollte, zu dünn angezogen zu sein. Denn dann ist man richtig gekleidet und nach ein paar Hundert Metern mit dem Rad oder zu Fuß fühlt man sich meistens pudelwohl. Handschuhe, Schal und Mütze sollten aber sein.