In der Silvesternacht werden wieder viele Knaller die Luft verschmutzen.
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BerlinErinnert sich noch jemand an den Streit um die Einführung der Berliner Umweltzone? Von einer Enteignung vieler Autobesitzer war die Rede und davon, dass unzählige Menschen ihrer Mobilität beraubt werden, wenn Fahrzeuge, die zu viel Feinstaub ausstoßen, innerhalb des S-Bahn-Rings nicht mehr fahren dürfen.

Es war wie in den 70er-Jahren, als es um die Gurtpflicht ging, oder wie in den 50er-Jahren, als die Autolobby erstritt, dass innerorts kein Tempolimit mehr gilt – was die Zahl der Unfalltoten erhöhte.

Auch der Konflikt um die 2008 eingeführte Umweltzone ist größtenteils vergessen. Damals nahmen viele Bürger die Anregung wahr, ihre Rußschleudern zu verschrotten und legten sich Autos mit besseren Abgaswerten zu. Die Erneuerung der Kraftfahrzeugflotte trägt wesentlich dazu bei, dass ein immer geringerer Anteil des Berliner Feinstaubs aus Berlin kommt. Außer den Autobesitzern hat sich auch die BVG verdient gemacht, die ihre Busse mit Rußfiltern ausgestattet hat.

Das Beispiel Feinstaub zeigt, dass Veränderungen, die anfangs auf Widerstand stoßen, danach geräuschlos verlaufen – und Früchte tragen, die keiner mehr missen will. Einiges spricht dafür, dass auch über die Dieselfahrverbote, die sich 2020 auf rund 2,9 Kilometer summieren, schon bald kaum jemand mehr sprechen wird.

Allerdings wäre es falsch, jetzt beim Kampf gegen den Feinstaub nachzulassen. Wissenschaftler sind sich einig, dass das Risiko weiterhin groß ist. Die derzeit geltenden Grenzwerte sind zu hoch angesetzt, und dem eigentlich erforderlichen Niveau würde ein großer Teil der Realität nicht standhalten. Das Problem besteht weiterhin – und weiterhin hat niemand das Recht, anderen bewusst zu schaden.