Berlin-Friedrichshain: Auf der Frankfurter Allee soll ein Fahrstreifen zum Radweg werden

Für die einen ist es eine Horrorstrecke, für andere Nahkampfzone. So viel steht fest: Wer auf dem schmalen Westabschnitt der Frankfurter Allee Rad fährt, braucht gute Nerven. Der Radweg, der in Richtung Osten auf dem Gehweg verläuft, ist oft nicht mal einen Meter breit.

Immer wieder kommen Fußgänger Radlern in die Quere, und U-Bahn-Ausgänge sowie Zickzack-Teilstücke sorgen für zusätzliche Gefahren. Jetzt lässt der Senat untersuchen, ob die Verkehrsführung auf der Friedrichshainer Magistrale radikal verändert werden könnte. Der Vorschlag lautet: Der rechte Fahrstreifen stadtauswärts soll für Radfahrer reserviert werden, für Autos und Lastwagen wäre er künftig tabu. Auch Tempo 30 wird geprüft.

Eine Fahrspur nur für Radfahrer, die von der Niederbarnimstraße bis zum U-Bahnhof Frankfurter Allee führt: „Das würde nicht nur den zunehmenden Radverkehrsmengen gerecht werden, sondern auch die Bedingungen für die Fußgänger verbessern“, sagte Petra Rohland, die Sprecherin von Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD).

Erst mal ein Versuch

Die Verkehrsplaner wissen, dass sie sich bei den Autofahrern nicht beliebt machen würden, wenn sie dem Kraftfahrzeugverkehr in Richtung Osten eine von drei Fahrspuren wegnähmen. Doch nicht nur die miesen Bedingungen für den Radverkehr erforderten ein Umdenken.

Die Frankfurter Allee sei eine Straßenschlucht, in der die Luft besonders stark mit Feinstaub und Stickoxiden belastet ist. Die Anwohner hätten ein Recht auf mehr Lebensqualität, und die Europäische Union fordere Maßnahmen gegen die Schadstoffe, hieß es im Senat.

Klar sei aber auch: Eine Staustrecke soll auf diesem Teil der Bundesstraßen 1 und 5 nicht entstehen. Die interne Devise lautet: „Am Ende brauchen wir einen Konsens und eine Anordnung der obersten Straßenverkehrsbehörde.“ Geplant sei erst einmal ein Verkehrsversuch, der im kommenden Jahr beginnen soll.