Berlin - Gerüchte um Schließungen von Clubs gehören zu Berlin wie das Feiern an sich. Und an den meisten ist tatsächlich etwas dran. Dennoch dürfte es für viele Metalheads und Gothic-Fans ziemlich überraschend gekommen sein, als das K17 in Friedrichshain im März offiziell verkündete, dass der Club am Pfingstsonntag seine Abschiedsparty feiert und danach schließt. Seitdem brodelt die Gerüchteküche.

Betreiberwechsel oder Verkauf Grund für Schließung?

Auf Facebook und in Szene-Foren überschlagen sich die Spekulationen über Betreiberwechsel und Pleite, vom Verkauf der Immobilie ist die Rede, von neu entstehenden Eigentumswohnungen, ebenso von Lärmbeschwerden durch die Nachbarn in der inzwischen recht schick gewordenen Pettenkoferstraße.

Aus „rechtlichen Gründen“ dürfe man nichts zu den Hintergründen sagen, heißt es von Mitarbeitern des K17. Allerdings seien „die neuen Nachbarn nicht schuld“ am Aus des K17. Seitens der Geschäftsführung herrscht konstant eisiges Schweigen. Auch auf mehrfache Nachfrage der Berliner Zeitung hat sich K17-Chefin Julia Schulz bislang nicht zu den Gründen für die Schließung geäußert.

Lediglich ein offizielles Statement gab der Club im März ab: „Man soll ja bekanntlich gehen, wenn es am schönsten ist“ heißt es auf der K17-Internetseite. Und weiter: „So werden wir am 15. Mai ein letztes Mal unsere Türen öffnen, um gemeinsam mit all’ jenen ein rauschendes Fest zu feiern, die uns über die letzten 17 Jahre die Treue gehalten haben, mit uns durch Höhen und Tiefen gegangen sind und so unvergessener Teil der Erinnerungen dieses Hauses wurden.“

Seitdem nichts mehr. Keine Hinweise auf einen Umzug, eine etwaige Neueröffnung oder einen Betreiberwechsel. Keine Aussage darüber, ob oder wie es weitergeht.

K17 – Club für Metalheads und Gothics

Das K17 hatte als kleiner Underground-Club in der Kadinerstraße begonnen und entwickelte sich mit dem Umzug in die Pettenkoferstraße nach und nach zu einer festen Größe in Berlins Alternative-Szene. Mittlerweile ist das „Kasi“, wie es von Gästen auch liebevoll genannt wird, mit seinen drei Floors plus biergartenähnlichem Innenhof und der Konzert- bzw. Partyhalle einer der wenigen großen Clubs in Deutschland, in denen sowohl Metalheads als auch EBM-Fans und Freunde von Rockmusik gleichermaßen auf ihre Kosten kommen.

Partyreihen wie „Break Your Neck“, „Hellectro“ oder „Electrorebell“ gelten quasi als „Pflichtveranstaltung“ in der Szene. Im Laufe der Jahre traten im K17 außerdem zahlreiche bekannte Musiker auf, beispielsweise Anne Clark oder Goethes Erben. Aber auch viele kleine Nachwuchsbands bekamen die Gelegenheit, live zu spielen. Entsprechend groß sind nun Enttäuschung und Wut beim Stammpublikum, das sich einer wichtigen Partylocation und Konzertstätte beraubt sieht.

Wo wird nach der Schließung des K17 gefeiert?

Einige Veranstaltungen, wie beispielsweise der „Friday Club“, sollen definitiv an anderen Orten weitergehen. Und auch sonst lautet jetzt die Devise, durch verschiedene andere Clubs zu tingeln – mangels zentraler Anlaufstelle. Unter anderem das Chesters in Kreuzberg, der Duncker in Prenzlauer Berg oder Urban Spree auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain bieten da mit verschiedenen Partys Ausweichmöglichkeiten.

Es bleibt abzuwarten, ob es eine Neueröffnung des K17 geben wird. Ganz unwahrscheinlich ist dies nicht, denn auch das Wiederauferstehen von Clubs gehört zu Berlin wie das Feiern an sich. Man denke da nur an den Red Club, der seit Kurzem wieder offen hat oder das Magnet, in dem nun unter dem Namen „Musik und Frieden“ gefeiert wird.

K17-Abschiedsparty mit freiem Eintritt

Die Abschiedsparty im K17 findet am Pfingstsonntag ab 21 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, Getränke gibt es zum halben Preis – so lange der Vorrat reicht. Trotz der Tatsache, dass sich ein beträchtlicher Teil des K17-Stammpublikums auf dem zeitgleich stattfindenden Wave-Gotik-Treffen in Leipzig befinden dürfte, wird es vermutlich voll werden in der Pettenkoferstraße 17a: Auf Facebook gibt es mehr als 2300 Veranstaltungs-Zusagen, die Zahl derjenigen, die „interessiert“ geklickt haben, ist sogar fast doppelt so hoch.