Man könnte es auch Zalando-City nennen, was da nahe dem Ostbahnhof entsteht. Der vor acht Jahren gegründete Online-Schuhversender, der sich zu einem der größten Modehändler Europas und zum Veranstalter der Modemesse Bread&Butter gemausert hat, konzentriert die meisten seiner 5000 Berliner Mitarbeiter rund um die Mercedes-Benz Arena.

In insgesamt fünf Neubauten werden dort künftig Zalando-Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze haben. Der Vorstand sitzt an der Tamara-Danz-Straße, ein weiteres Gebäude ist bereits fertig und für das dritte wird demnächst Richtfest gefeiert. Am Dienstag war Spatenstich für zwei weitere, siebengeschossige Gebäude, deren geschwungene Fassade sich deutlich abhebt von der üblichen Berliner Quader-Architektur.

Wohlfühlatmosphäre für Mitarbeiter aus aller Welt

„Zalando und Berlin gehören einfach zusammen“, betonte Firmen-Vorstandsmitglied David Schneider. Der Mittdreißiger hatte die Firma 2008 mit einigen Freunden in einer Altbauwohnung an der Torstraße in Mitte gegründet. Am Dienstag sprach er davon, dass es wichtig sei, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die  hochqualifizierten Mitarbeiter aus aller Welt wohlfühlten.

Entsprechend sei auch der Neubau konzipiert: Er besteht außer den Büros aus großen Gemeinschaftsflächen, die wie Lounges wirken und in denen auch Tischkicker stehen sollen. Alles soll die Kommunikation und Kreativität fördern. 

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller bescheinigte Zalando eine „atemberaubende Entwickung“: „Das Logistikunternehmen ist mit weltweit 11.000 Mitarbeitern zu einem der größten Onlineshops geworden und zählt in Berlin zu den größten privaten  Arbeitgebern.“ Diese Entwicklung sei gut für den Wirtschaftsstandort Berlin. Für die Stadt, in die jährlich 40.000 Menschen zögen, seien Investitionen und Arbeitsplätze wichtig. Zalando, so Müller, habe allein im vergangenen Jahr 1500 neue Stellen geschaffen.

Nachbesserungen an Infrastruktur

Auch Müllers SPD-Parteifreund, Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel, sparte nicht mit Lob. „Zalando und Berlin teilen ein Schicksal“, sagte er: „Erfolg und Wachstum.“ Auf dem 20 Hektar großen Gelände rund um die Großarena am Ostbahnhof sei diese Entwicklung mit Händen zu greifen. Das Gelände, das vor gut 15 Jahren geplant worden sei und das lange nur aus bunten Abbildungen bestand, sei zu einem offenen Stadtquartier geworden, das gut zu Berlin passe. 50 Prozent der Baufelder seien fertig, bis 2018 sollen dort insgesamt bis zu 20.000 Arbeitsplätze und gut 600 Wohnungen entstehen.

Laut Geisel müsse aber bei der Verkehrsinfrastruktur nachgebessert werden: „Weil viele der Mitarbeiter mit dem Fahrrad herkommen, brauchen wir noch mehr Radstellplätze.“ Geisel erinnerte daran, dass auch eine neue, ausschließlich Radlern und Fußgängern vorbehaltene Brücke über die Spree gebaut werden soll.  Die Überführung namens Brommybrücke wird allerdings bereits seit vielen Jahren geplant.

140 Meter hohes Hochhaus

Auch vor der Großarena wird gebaut. Dort entsteht bis 2018 ein  Ausgehviertel der Anschutz Entertainment Group; mit Bowling-Center, Multiplexkino, Restaurants, Hotel und einer weiteren, kleineren Veranstaltungshalle. Und östlich der Großarena laufen die Arbeiten für das Shoppingcenter East Side Mall. Investor ist die Freo Group. Das Unternehmen hat gerade mit dem Projektentwickler OVG, der auf dem Areal auch für den Zalando-Campus  baut, ein 3700 Quadratmeter großes Grundstück direkt an der Warschauer Straße gekauft. Dort soll ein 140 Meter hohes Hochhaus für Büros entstehen, von den Investoren East Side Tower genannt.