Die Polizei ist am Mittwochmorgen erneut zu einem Einsatz auf der Rigaer Straße ausgerückt. Die Hausverwaltung der Rigaer Straße 94 habe um Hilfe gebeten, teilte eine Polizeisprecherin mit. 

Mitarbeiter der Hausverwaltung tragen aktuell Einrichtungsgegenstände auf die Straße, etwa 300 Polizisten sind im Einsatz. Nach Angaben der Polizei haben die Beamten in einer Kiste Waffen gefunden. Konkret geht es um zwei Teleskop-Schlagstöcke und eine Faustfeuerwaffe. Ob es sich bei der Pistole um eine scharfe Waffe oder eine Schreckschusspistole handelt, ist derzeit noch unklar. Auch zahlreiche Fahrräder stellte die Polizei sicher. Es könne sich dabei um Diebesgut handeln, so die Beamten.

Teil der Rigaer Straße 94 soll an Flüchtlinge vermietet werden

Hintergrund des Einsatzes ist nach Angaben eines Polizeisprechers, dass der Vermieter einen Teil des Hauses an Flüchtlinge vermieten will, und zwar das Lokal "Kadterschmiede" sowie die Werkstatt. Die „Kadterschmiede“ wurde seit Jahren ohne Gaststättenerlaubnis betrieben, wie kürzlich aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage hervorging. Für die Räume soll es außerdem keine Mietverträge geben.

Sperrmüll verbaut Fluchtwege

Zudem plant die Hausverwaltung, mit Bauarbeitern an Brandschutzmaßnahmen im Haus zu arbeiten. "Es geht um Fragen von Fluchtwegen und um Fragen von Sperrmüll, der diese Fluchtwege verbaut", so der Sprecher. "Die Polizei sorgt dafür, dass es keine Angriffe auf die Bauarbeiter gibt."

Derzeit ist die Rigaer Straße bis zur Ecke Liebigstraße abgesperrt. Auf der Kreuzung haben sich rund 100 Sympathisanten des linken Wohnprojekts versammelt, sie schauen dem Einsatz bisher friedlich zu. "Die Besonderheit der Adresse macht es notwendig, dass auch wir uns schützen müssen", erklärte der Polizeisprecher die hohe Anzahl an Polizeibeamten vor Ort.

Rund um die von Linksautonomen bewohnten Häuser in Berlin-Friedrichshain hat es in den vergangenen Jahren eine auffallende Häufung von Gewalttaten und anderen Straftaten gegeben. Daran sollen nach Behördenangaben auch Bewohner der Häuser in der Rigaer Straße beteiligt gewesen sein. Das Haus Nummer 94 stand bereits im Januar im Mittelpunkt eines umstrittenen Polizei-Großeinsatzes mit 550 Beamten.