Blick aus der S-Bahn bei der Fahrt vom Zoo zum Alexanderplatz: Der Fotograf Harry Croner fotografierte zurück über die Charlottenburger Chaussee, im Hintergrund der zerstörte kleine Flakleitturm
Foto: Stiftung Stadtmuseum/Harry Croner

Berlin-TiergartenDem kleineren der beiden Flakbunker im Berliner Tiergarten, hier zwischen den Bäumen zu erkennen,  machten britische Sprengmeister im ersten Versuch den Garaus: Zwölf Tonnen Dynamit brachten sie an dem massiven Stahlbetonbau an und zündeten sie am 28. Juli 1947.

Der kleine Zoobunker, auch Leitturm genannt, hatte während des Bombenkriegs als Leitstelle für die gesamte Berliner Flak gedient. Sie war mit Radar- und Leitanlagen ausgestattet und koordinierte von hier aus die Flugabwehr.

Einen Monat später sollte der weit größere Gefechtsturm gesprengt werden. Am 30. August 1947 um 16 Uhr wurden 25 Tonnen Sprengstoff gezündet, eine riesige Staubwolke erhob sich. Als sie sich wieder gesenkt hatte, sah man, dass der Bunker noch stand. „Made in Germany“ soll ein anwesender amerikanischer Fotograf gespottet haben.

40 Tonnen Sprengstoff wirkten

Einen Monat später versuchten es die Briten erneut. Doch auch diesmal reichen die 24 Tonnen Sprengstoff nicht aus. Im Juni 1948 ging man es mit 40 Tonnen an: Nun wurde der sogenannte G-Turm restlos zerstört.

Die Reste der Türme wurden später mit Trümmerschutt überhäuft. Der so entstandene Berg sollte in den Zoologischen Garten integriert werden. Doch 1955 entschloss man sich, die etwa 412.000 Kubikmeter Schutt wieder abzutragen und auch die Bunkerreste nach viele kleine Sprengungen abzutragen.

Danach entstanden auf dem nunmehr wieder flachen Gelände verschiedene Zoo-Gehege für Kamele und Nashörner sowie das Vogelhaus. Dieses ehemalige Flakturm-Paar ist das einzige, das heute nicht mehr existiert.

Luftwaffenlazarett und Robert-Koch-Krankenhaus

Unmittelbar nach Kriegsende war noch denkbar gewesen, dass die gewaltigen Betonklötze im Stadtbild erhalten bleiben – auch im Friedrichs- und im Humboldthain standen welche. Die Stadt war zerstört, die Bunker nicht. Im großen Zoobunker arbeitete das vollständig eingerichtete ehemalige Luftwaffenlazarett XII/3; im August 1945 zog eine Zweigstelle des Robert-Koch-Krankenhauses aus Moabit ein.

Doch die Alliierten definierten die Betonriesen als „schwere Gefechtsgebäude“. Deshalb rangierten sie gemäß der Direktive Nr. 22 des alliierten Kontrollrates vom 6. Dezember 1945 ganz oben auf der Liste der zu beseitigenden Bauwerke. Als erster fiel - im zweiten Versuch - der G-Turm im Friedrichshain im Mai 1946.

Laut Führerbefehl von 1940

Errichtet wurden die Luftwehrtürme an den drei Standorten, nachdem in der Nacht vom 25. zum 26. August 1940 die Bomber der Royal Air Force erstmalig Berlin erreicht hatten.

Diesen ersten Angriff hatten   nur 22 Flugzeuge geflogen, doch der von der NS-Propaganda verbreitete Mythos, die Reichshauptstadt liege außerhalb der Reichweite alliierter Flugzeuge, war widerlegt. Am 9. September 1940 erließ Hitler den „Führerbefehl zur Aufstellung von Flaktürmen in Berlin“.