Mieter der Gewobag. (Symbolbild)
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Berlin Die Verunsicherung unter den Mietern ist groß. Am 1. Dezember will die landeseigene Gewobag fast 6000 Wohnungen in Spandau und Reinickendorf, die sie von der Ado Properties für 920 Millionen Euro gekauft hat, übernehmen – doch bislang wissen viele Bewohner nicht, wohin sie die neue Miete überweisen sollen. Mehr noch: In einem Schreiben der Gewobag vom 19. November wird die Übernahme zum 1. Dezember sogar als nicht gesichert dargestellt.

Darin heißt es, die Übernahme der Wohnungen sei zum 1. Dezember geplant, „vorausgesetzt, dass bis dahin alle vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sind“. Wenn das gelinge, erhielten die Mieter eine neue Kontonummer zur Überweisung der Miete. „Wann soll das passieren?“ fragt ein Mieter ratlos. Die Miete sei in Kürze fällig. Und: Wann würden die Mieter erfahren, an wen sie sich wenden können, wenn irgendwas im Haus nicht funktioniere?

AMV fordert Erlärung

Beim Alternativen Mieter- und Verbraucherschutzbund (AMV) häufen sich Fragen dieser Art. „Der AMV fordert von der Gewobag eine unverzügliche Erklärung dergestalt, dass die Miete solange noch an die Ado zu zahlen ist, bis eine neue Bankverbindung mitgeteilt worden ist, bis eine neue Bankverbindung mitgeteilt worden ist“, sagt AMV-Chef Marcel Eupen.

Außerdem müsse den Mietern mitgeteilt werden, an wen sie sich ab dem 1. Dezember wenden können. Die Bundestagsabgeordnete Helin Evrim Sommer (Linke) äußert sich ähnlich: „Es ist unerträglich und nicht mehr hinnehmbar, wie sich die Gewobag gegenüber ihren neuen Mieterinnen und Mietern in Staaken verhält.“ Gewobag-Sprecherin Anne Grubert sagt auf Anfrage, die Übernahme zum 1. Dezember sei gesichert.

Die vertraglichen Voraussetzungen lägen jetzt vor. „Auch für eine Wohnungsbaugesellschaft unserer Größe und Erfahrung ist die Integration von knapp 6000 Wohnungen in den eigenen Bestand innerhalb von 2 Monaten eine Herausforderung“, so Grubert. Die Mieter erhielten in dieser Woche Anschreiben mit den neuen Konto- und Kontaktdaten.