Ballons im Volkspark Hasenheide.
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BerlinDer Freitag als klassischer Party-Abend hat in Corona-Zeiten an Bedeutung verloren – die Clubs sind immer noch geschlossen und bleiben es wohl noch auf unbestimmte Zeit.

Bislang hat sich die Feierfreude der Berliner pandemiebedingt in Grenzen gehalten, fast brav verhielt sich das Nachtvolk, von Schwachsinns-Aktionen wie der als Demo getarnten Bootsparty unweit des Urbankrankenhauses einmal abgesehen.

Am Wochenende dann brach sich der Hedonismus Bahn: Während eine Drogenkontrolle in Stuttgart zu einer Massenrandale führte, wie man sie sich in der beschaulichen baden-württembergischen Landeshauptstadt wohl kaum vorstellen konnte, feierte in der Neuköllner Hasenheide eine Truppe von ein paar hundert Menschen die Nacht, als ob Corona und die damit verbundenen Gefahren ein Hirngespinst wären – kein Abstand, keine Masken, keine Einsicht in die Tatsache, dass es nicht nur um die eigene Gesundheit geht, sondern auch um die anderer Menschen.

Der RBB filmte die illegale Veranstaltung und belegte mit dem Clip, dass es immer noch Leute gibt, die sich entweder des Ernstes der Lage nicht bewusst sind oder nicht sein wollen: Die Pandemie ist mitnichten vorbei, steigenden Infektionszahlen zeigen das, in Neukölln wurde unlängst ein ganzer Wohnblock unter Quarantäne gestellt.

Wer sich von den Maßnahmen – Abstand, Maskenpflicht, Desinfektion – gegängelt fühlt, dem ist aber offenbar mit Vernunft nicht beizukommen: „Corona sei in der Hasenheide schon seit März kein Ding mehr“, informierte ein Feiernder den RBB, ein anderer Tänzer im Gebüsch verwies auf den Sommer und die Tatsache, dass man jung sei und das nur einmal. Da tue man Dinge, die „vielleicht nicht so klug sind“.

Stimmt, dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer dass solche Aktionen der ohnehin angeschlagenen Berliner Party- und Clubszene einen rechten Bärendienst erweisen. Denn mit verantwortungsvollem Handeln hat das alles nichts zu tun. Aber gerade das ist nötig, um die Clubs in absehbarer Zeit wieder zu öffnen.

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