Die Fluggesellschaft Germania ist das prominenste der schätzungsweise 1420 Berliner Unternehmen, die dieses Jahr Insolvenz anmelden mussten.
Foto: imago images/Sven Ellger

BerlinIn Berlin sind in diesem Jahr im Bundesvergleich die meisten Unternehmen in die Knie gegangen. Pro 10 000 Unternehmen meldeten 92 Insolvenz an, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform am Dienstag auf Grundlage einer Schätzung mitteilte. Damit rutschten in der Hauptstadt - relativ gesehen - mehr Unternehmen in die Pleite als in den übrigen Bundesländern. Bekanntestes Beispiel war die Fluggesellschaft Germania, die im Februar den Betrieb einstellte.

An zweiter Stelle liegt Hamburg mit 86 Insolvenzen je 10 000 Unternehmen, Thüringen ist mit 33 am wenigsten betroffen. „Dabei dürften die regionale Branchenstruktur sowie auch unterschiedliche Altersstrukturen der Unternehmen für diese Unterschiede mitverantwortlich sein“, hieß es bei Creditreform.

Bundesweit stagniert die Zahl, in Berlin steigt sie

Der Dienstleister schätzt, dass in diesem Jahr in der Hauptstadt 1420 Firmen den Gang zum Insolvenzgericht antraten, 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr - während die bundesweite Zahl nach Jahren des Rückgangs stagnierte. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg demnach in Berlin: Sie erreichte 980 und stieg mit 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker als die Zahl der Einwohner.

„Der seit Jahren andauernde Rückgang der Insolvenzen in Deutschland geht zu Ende“, erklärte die Auskunftei. „Die konjunkturelle Abschwächung in Deutschland schlägt sich zunehmend in den Insolvenzzahlen nieder.“ Etwa jeder achte Berliner gilt als überschuldet - das heißt, die Zahlungspflichten sind auf Dauer höher als die Einkommen.