Schlampereien bei der Fertigstellung des Hauptbahnhofs könnten gravierende Folgen haben. Weil Tiefbauarbeiten neben dem Bahnknoten wiederholt werden müssen, droht der Abriss eines benachbarten U-Bahn-Eingangs. Betroffen wäre der südöstliche Zugang zum U-Bahnhof Hauptbahnhof an der Linie U 55, teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB) jetzt auf Anfrage mit.

Ein Konzept sehe vor, dass das Zugangsbauwerk abgetragen und später wieder aufgebaut wird, sagte er. Um die Probleme im Untergrund neben dem Hauptbahnhof zu lösen, wäre dies die „technisch und wirtschaftlich günstigste Lösung“, so der Sprecher.

Kosten: vier Millionen Euro

Hohe Kosten fallen aber trotzdem an. Nach Informationen der Berliner Zeitung werden sie auf einen siebenstelligen Eurobetrag geschätzt. Momentan ist von rund vier Millionen Euro die Rede.

Es liegt an der S21

Anlass des nun drohenden Abrisses ist der Bau der S-Bahn-Strecke, die künftig vom Ring nach Süden zum Hauptbahnhof führen soll. Die Trasse, die den Projekttitel S 21 trägt, soll neben dem Humboldthafen in einer Tunnelstation vorläufig enden. Für die unterirdischen S-Bahn-Anlagen sollte Vorsorge getroffen werden, als der Hauptbahnhof gebaut wurde.

Doch die unterirdischen Bauteile, die im Boden entstanden, sind teilweise unbrauchbar. Ein Grund war das Tempo, das der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn den Planern verordnet hatte. Der Hauptbahnhof sollte zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 fertig werden. Das wirkte sich auf die Qualität der Vorleistungen für den Tunnel der S 21 aus, so ein Experte. „Sie ist eine Katastrophe“, sagte er.

„Die vorbereiteten Bauwerke entsprechen zum Teil nicht den erforderlichen Anforderungen“, bekräftigte der Bahnsprecher. Der schwierige Baugrund habe weitere Probleme verursacht, die ebenfalls gelöst werden müssten, bevor der S-Bahn-Tunnelbau starten kann.