Unter den Grundschülern einer vierten Klasse aus Hellersdorf hat es einen schweren Fall von sexuellen Missbrauchs gegeben. Während einer Klassenfahrt in die Uckermark vergewaltigte ein zehn Jahre alter Junge einen gleichaltrigen Mitschüler. Zwei Elfjährige hielten das Opfer fest. Drei Lehrerinnen und ein Erzieher bekamen von alldem nichts mit.

Nach den bisherigen Ermittlungen geschah die abscheuliche Tat im Juni vor den Sommerferien im Schloss Kröchlendorff. 38 Kinder hatten eine etwa einwöchige Klassenfahrt unternommen. Die Betreiber des idyllisch gelegenen Herrenhauses sind auf Erlebnispädagogik spezialisiert. Das Motto der Reise: „Aus Mitschülern werden Teams“.

Die Polizei äußert sich nicht zu dem Fall wegen des Opferschutzes. Der Haupttäter, der in der Schule als verhaltensauffällig und gewaltbereit galt, stammt aus Afghanistan, so die B.Z. Er soll seine Tat am Vormittag bereits angekündigt haben. Am Abend machten die Jungen ihre Drohung war. Die beiden Mittäter, die das Opfer festhielten, stammen ebenfalls aus Syrien und Afghanistan.

Mutmaßliche Täter mussten Schule verlassen

Das Opfer litt tagelang, ein Freund des Jungen offenbarte sich Tage später einem Sozialarbeiter. Der informierte die Schulleitung, die die Polizei rief.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) erklärte: „Das ist ein entsetzlicher Fall, ich bin schockiert. Ich finde es richtig und wichtig, dass alle Institutionen vom ersten Tag an kooperiert haben – die Polizei, das Jugendamt und die Schule, die sofort schulpsychologische Maßnahmen ergriffen hat.“ Das Bezirksamt prüfe jetzt alle Möglichkeiten, wie der Haupttäter außerhalb einer öffentlichen Schule wie zum Beispiel in einer Kleingruppe unterrichtet werden könne. Keiner der mutmaßlichen Täter besuche noch die betroffene Schule, was ein Teil der Opferhilfe darstelle.

Auch das Opfer geht zum eigenen Schutz und auf eigenen Wunsch in eine andere Schule.