Nur wenige Tage nach dem Mord an der 14-jährigen Schülerin Keira G. in Hohenschönhausen hat ein 15-Jähriger die Tat gestanden. Der gebürtige Deutsche ging nach Informationen der Berliner Zeitung in die selbe Schule wie Keira G. und wird am morgigen Montag einem Haftrichter vorgeführt.

Die Berliner Polizei konnte den Schüler am Sonntagvormittag in der elterlichen Wohnung festnehmen. Von dort brachten ihn die Einsatzkräfte zur Vernehmung in die Keithstraße, wo die Mordkommission ihren Sitz hat. Über das Ergebnis der Vernehmung und wie lang sie dauerte, wurde zunächst nichts mitgeteilt. Auch zum Alter des Täters sowie dessen Herkunft wurden zuvor offiziell keine weiteren Angaben gemacht.

Deutsch und minderjährig

Nach Recherchen der Berliner Zeitung in Ermittlerkreisen sollen sich der Jugendliche und sein späteres Opfer zudem bereits seit geraumer Zeit gekannt haben. Allerdings wurde gestern von einer „Beziehungstat“ gesprochen. Genauere Details wollten die Ermittler  nicht preisgeben, auch mit dem Verweis darauf, dies sei Täterwissen.

Da sich die Polizei in den vergangenen Tagen mit Informationen zurückgehalten hatte, war vor allem im Internet Kritik an der Behörde geäußert worden. Die Polizei appellierte per Twitter, Ermittlungsergebnisse abzuwarten: „Unsere Mordkommission hat aktuell keinen konkreten Tatverdacht. Bitte beteiligen Sie sich nicht an kursierenden Spekulationen. Wir informieren, wenn es Neuigkeiten gibt“, hieß es am Freitag. Das verhinderte nicht, dass im Netz Gerüchte die Runde machten, es handele sich bei dem Täter um einen Asylbewerber aus Afghanistan.

Die Mordermittler schwiegen bis zur Festnahme am Sonntagvormittag, was die Spekulationen antrieb, sich aber in diesem speziellen Fall mit polizeilicher Taktik erklären lässt. So habe man, hieß es gestern, bereits am Sonnabend einen konkreten Tatverdacht gehabt. Man habe den mutmaßlichen Täter aber „nicht aufschrecken“ wollen.