Abblätternde Fassadenfarbe, zugemauerte Fenster und Bauabsperrungen. Von außen ist am Hohenschönhauser Bürgerschloss nicht zu sehen, welche Kostbarkeiten sich im Inneren des Gebäudes finden lassen: Historische Wandgemälde, Kreuzbandgewölbe und Kaiserparkett aus dem 19. Jahrhundert. Seit 1998 engagiert sich der Förderverein Schloss Hohenschönhausen für die Erhaltung und Sanierung des Gutshauses aus dem 17. Jahrhundert und die Dokumentation seiner Geschichte. Durchaus mit Erfolg: Seit Kurzem gibt es im Schloss das Daimon-Museum – für den Verein ist das ein Meilenstein.

Die Ausstellung würdigt den Erfinder der Trockenbatterie Paul Schmidt, der der letzte private Eigentümer des ehemaligen Gutshofs war. Ab September kann aus Mitteln der Lotto-Stiftung zudem die Sanierung und Restaurierung des Gebäudes finanziert werden.

Museum für einen Erfinder

In der Ausstellung im ersten Stock des 250 Quadratmeter großen, dreigeschossigen Gebäudes reihen sich in Regalen und Vitrinen Batterien, historische Taschenlampen seit den 1920er-Jahren, Fahrradleuchten und Werbemittel der Daimon-Werke aneinander. Unter dem Slogan „Die helle Freude“ entwickelte der Erfinder und Unternehmer Schmidt mit seiner Firma Produkte rund um die Trockenbatterie. Die Ausstellung erzählt die Firmengeschichte und Biografie des Erfinders, der Ende des 19. Jahrhunderts vom Köthener Schlosserlehrling zum international erfolgreichen Unternehmer wurde.

20 Jahre lebte Schmidt mit Kindern, Enkeln und Freunden in dem Gutshaus an der Hauptstraße. Um die zeitweilig bis zu 25 Leute im Haus unterzubringen, ließ er das Dachgestühl ausbauen – hier wurden Schlaf- und Kinderzimmer untergebracht. Im Inneren des Hauses ließ Schmidt außerdem den Stuck in allen Geschossen durch Unterdecken versehen.

„Wir möchten die beiden oberen beiden Stockwerke des Hauses so sanieren, dass sie den Zustand des Hauses zu Schmidts Zeiten widerspiegeln“, sagt Rüdiger Schwarz, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Hohenschönhausen. Das Erdgeschoss hingegen soll die Entstehungszeit gegen Ende des 17. Jahrhunderts zeigen.