Hohenschönhausen - Am ersten Tag im neuen Hauptquartier der Tiertafel hatten die ehrenamtlichen Helfer mit Hunden und Katzen zu tun – aber vor allem auch mit einer laaangen Schlange! Zahlreiche Menschen aus ganz Berlin kamen, um Futter für ihre tierischen Lieblinge abzuholen – und freuten sich, dass es die Engel der armen Haustiere nach einem großen Umzug endlich wieder gibt!

Bis vor kurzer Zeit befanden sich die Räumlichkeiten der Tiertafel in Baumschulenweg, doch das Quartier musste aufgegeben werden. In Zusammenarbeit mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) fand der Verein ein Zuhause in der Wustrower Straße in Hohenschönhausen. „Damit ist unsere Unterstützung für 300 bedürftige Tierhalter vorerst gesichert“, sagt Linda Hüttmann, die Vorsitzende der Berliner Tiertafel.

Am Freitag wurde der schöne Anlass gefeiert, unter anderem mit Bezirksbürgermeister Michael Grunst. Nach einem Schicksalsschlag, der finanzielle Not nach sich ziehe, sei es wichtig, dass Tiere nicht weggegeben werden müssen, sagt er. „Hierfür erfüllt die Tiertafel eine wichtige Funktion.“

Berliner Tiertafel: Futter für die Tiere, wenn das Geld nicht reicht

Am Samstag gab es am Standort das erste Mal Futter für Berlins arme Tiere – und zahlreiche Menschen kamen, um sich eine Spende abzuholen. Auch Urta Gün (53) aus Altglienicke kam mit Hündin Fighty (10) vorbei. „Die Kleine wurde bei mir in der Wohnung geboren, gehört seitdem zu mir“, sagt die Berlinerin. „Ich kümmere mich auch um ihre Mutter, die an Arthrose leidet.“ Gün arbeitete selbst als Schneiderin, doch dann erlitt sie einen Autounfall. „Ich wurde angefahren“, sagt sie. An den Spätfolgen leidet sie noch heute, arbeiten kann sie nicht. „Deshalb reicht das Geld für das Futter nicht – ich bin dankbar, dass es die Tiertafel gibt!“

Christopher Schneider (35) ist mit Kater Oliver (13) gekommen, um Futter zu holen, weil das Geld nicht reicht. Der Ahrensfelder lebt von Hartz IV und kleineren Jobs – seinen Kater könnte er nie abgeben. „Ich hatte mein Leben lang Katzen.“ So geht es auch Hans-Joachim (62) und Angelika Kronberg (57), die sich um Hündin Jaisy kümmern. „Unsere Kinder sind aus dem Haus, die Kleine ist der Ersatz. Ein Leben ohne sie ist kaum vorstellbar“, sagt Angelika. Stütze und Mini-Rente bringen zu wenig Geld ins Portemonnaie. „Aber ich esse selbst lieber eine Stulle weniger, damit es ihr gut geht“, sagt Hans-Joachim.

Berliner Tiertafel: Futter-Ausgabe findet im Zwei-Wochen-Rhythmus statt

Für viele Menschen sind die Tiere wichtige Begleiter, besonders beim Weg durch Krisen, weiß Bartosz Lotarewicz (35) von der Tiertafel. Nur finanziell fällt es oft schwer, sie zu versorgen. „Das kann an einer zu kleinen Rente liegen“, sagt er. „Aber manchmal wird ein Tier krank und die Behandlung ist teuer.“

Bei der Futter-Ausgabe, die im Zwei-Wochen-Rhythmus stattfindet, ist deshalb auch eine Tierärztin dabei, die günstigere Behandlungen anbietet. Die Arbeit des Vereins ist aber nur jenen vorbehalten, die darauf angewiesen sind. „Das muss bei der Anmeldung nachgewiesen werden“, sagt Lotarewicz.

Die Tiertafel sucht immer nach Spendern. Infos zum Verein gibt es im Internet unter www.tiertafel.org