Was kommt da noch auf uns zu? Nach der Rekord-Dürre dieses Sommers droht der Spree in Brandenburg akuter Wassermangel. Auch in Berlin wurden bereits gesunkene Pegelstände gemessen - das sei nach dem langenen trockenen Sommer allerdings durchaus üblich, relativiert Derk Ehlert, Experte bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Nervosität dagegen bei dem Wassermanagern in Brandenburg: Dort fließt die Spree nur deshalb noch entlang der trockenen Felder, weil dem Fluss aus allen verfügbaren Speicherbecken weiter südlich in Sachsen Wasser zugeführt wird, so aus den Talsperren in Bautzen und Quitzdorf sowie aus den Speicherbecken in Lohsa und Bärwalde in der sächsischen Oberlausitz.

Dann bleibt noch die Talsperre in Spremberg - doch in diesem Stausee ist der Pegel deutlich abgesunken, die Auswirkungen der einzig nennenswerten Niederschläge in unserer Region sind am Sonntag nahezu verpufft.

Prognose: Keine Niederschläge weit und breit

Dennoch rät Umweltexperte Ehlert, die Lage nicht zu dramatisieren: Immerhin sei das Einzugsgebiet der Spree mehrere hundert Quadratkilometer groß. Anders als ländlichen Raum seien die Niederschläge im weitgehend versiegelten Berliner Stadtgebiet in die Flüsse und Kanäle abgeflossen. Und anders als in der Spree würden die Wasserstände der Kanäle und der Havel durch Schleusen reguliert.

Und weiter südlich, etwa an der Elbe, seien zuletzt wieder steigende Pegelstände gemessen worden. Dennoch müsse man die Situation weiter beobachten: „Die Lage ist jeden Tag eine andere", so Ehlert.

Diese Lage könnte sich aber in den kommenden 14 Tagen deutlich verschärfen. Eine Prognose des Wetterexperten Dominik Jung vom Portal wetter.net sieht überhaupt keine Niederschläge für unsere Region vor. Selbst wenn, abweichend von der Prognose, lokal der eine oder andere Tropfen fallen sollte, ändert es an der Situation nichts: „Berlin und Brandenburg befinden sich im Dürre-Loch“, bringt es Jung auf den Punkt.

Auch wenn die Trockenheit sich noch weiter fortsetzen sollte - eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung sehen die Berliner Wassermanager auf längere Sicht nicht. (JSt)