Immobilien in Berlin sind begehrt - und teuer.
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BerlinIn Berlin wurde im vergangenen Jahr mehr als dreimal so viel Geld in den Kauf von Wohnungen, Häusern und Grundstücken investiert wie im Jahr 2009. Das geht aus dem 6. Immobilienmarktbericht Deutschland hervor, den die amtlichen Gutachterausschüsse gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) am Dienstag präsentierten.

Die Geldsumme aller Transaktionen stieg danach in Berlin von 6,1 Milliarden Euro vor zehn Jahren auf 19,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Der Umsatz ist damit in der deutschen Hauptstadt   seit 2009 so stark gestiegen wie in keinem anderen Bundesland – im Schnitt um 13,6 Prozent jährlich. Ein Hinweis, wie begehrt Immobilien in Berlin sind.

Notarielle Verträge sind die Basis des Berichts

Bundesweit wechselten im vergangenen Jahr Häuser, Wohnungen und Grundstücke im Wert von 269 Milliarden Euro den Besitzer. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren belief sich der Umsatz auf knapp 130 Milliarden Euro. Die Kaufsumme hat sich also seitdem über alle Bundesländer gerechnet etwas mehr als verdoppelt. Bundesweit erhöhte sich der Umsatz seit 2009 um jährlich 8,5 Prozent.

Der Bericht basiert auf den notariellen Kaufverträgen in Deutschland. Neben dem Verkauf von Wohnungen und Baugrundstücken wird dabei die Veräußerung aller übrigen Immobilien, darunter Hotels und Bürohäuser, erfasst.

Stark steigende Preise - vor allem in teuren Lagen

Der Investitionsschwerpunkt bleibt dem Bericht zufolge aber der Wohnungsmarkt: Der bundesweite Geldumsatz für Wohnimmobilien betrug 2018 etwa 180,5 Milliarden Euro. Auf dem Wohnimmobilienmarkt dominieren Verkäufe von Eigenheimen (70,3 Milliarden Euro) und Eigentumswohnungen (63,7 Milliarden Euro). „Insbesondere in ohnehin teuren Lagen steigen die Preise weiter stark an“, sagte die Vorsitzende des Arbeitskreises der Oberen Gutachterausschüsse, Anja Diers.

Bei gebrauchten frei stehenden Eigenheimen stiegen die Preise seit dem Jahr 2009 jährlich im Schnitt um 4,3 Prozent. Bundesweit am höchsten waren sie im Jahr 2018 im Landkreis München mit 10.200 Euro pro Quadratmeter. Darüber hinaus sind die sieben größten Großstädte besonders teuer: Auf die Stadt München mit 9500 Euro pro Quadratmeter folgen Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart. Hier lag der Quadratmeterpreis jeweils bei etwa 5000 Euro – und damit fast dreimal so hoch wie der Bundesdurchschnitt von 1750 Euro pro Quadratmeter. In Berlin kosteten gebrauchte frei stehende Eigenheime im Jahr 2018 im Schnitt 3380 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Weitaus weniger mussten Käufer in den Landkreisen Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt (490 Euro je Quadratmeter) oder im Kyffhäuserkreis in Thüringen (410 Euro je Quadratmeter) zahlen.

Hamburg bei Eigentumswohnungen vorne

Seit 2009 erhöhten sich auch die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen deutlich. Sie legten im bundesweiten Schnitt um 4,4 Prozent im Jahr zu. Die höchsten Preise zahlten Käufer in der Stadt München mit einem mittleren Wohnflächenpreis von 7130 Euro pro Quadratmeter und auf Sylt mit 6350 Euro pro Quadratmeter. In Berlin legten Käufer im Mittel rund 3200 Euro je Quadratmeter für eine gebrauchte Eigentumswohnung auf den Tisch, in Düsseldorf 3070 Euro je Quadratmeter. Bundesweit lag der mittlere Preis pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr 2018 bei rund 1550 Euro.

Eine neu errichtete Eigentumswohnung schlug 2018 in Berlin mit einem mittleren Preis von 4980 Euro je Quadratmeter zu Buche. In der Preis-Rangliste der Bundesländer für Eigentumswohnungen liegt Hamburg im Jahr 2018 mit einem mittleren Preis von 384.600 Euro pro Wohnung an der Spitze. Berlin folgt auf Platz zwei mit einem Preis von 289.600 Euro. Am günstigsten waren Eigentumswohnungen mit einem mittleren Preis von 99.000 Euro in Thüringen.