Berlin - Der Bezirk Pankow ist ein Sorgenkind. Vor allem, wenn es um die Bedürfnisse von Kindern geht. Denn im Bezirk ist fast jeder sechste Spielplatz kaputt. Schon 32 von rund 220 sind gesperrt: Einige davon nur teilweise, aber viele komplett und ohne Befristung. Ein Grund dafür ist anhaltender Geldmangel.

Mutter Diana (40) und ihr Sohn Benjamin (8) gehen wie so oft zum Spielplatz an der Thomas-Mann-Straße. Ein Bauzaun riegelt seit jetzt fünf Jahren einen Teil des Geländes in Prenzlauer Berg ab, denn hier gibt es wildwachsende Pappeln. „Die Wurzeln der Bäume heben die Bodenplatten an und machen sie so zu Stolperfallen“, sagt Mutter Diana. Sie könnte mit Benjamin zum nahen Spielplatz am Einsteinpark ausweichen, aber der ist seit vergangenem Juni sogar vollständig gesperrt. Die Spielgeräte und die Einfassung der Spielflächen sind marode.

Insgesamt braucht der Bezirk 3,21 Millionen Euro

Der Berliner Zeitung liegt eine Liste des Straßen- und Grünflächenamts Pankow vor, wonach elf Spielplätze im Bezirk gar nicht mehr betreten werden dürfen. Bei insgesamt 22 Spielplätzen sei noch nicht absehbar, wann sie wieder eröffnen können. In zwei Fällen rechnet das Amt mit einer Sperrung bis 2021/22. Man darf wohl davon ausgehen, dass es bei Spielplätzen ohne Fristangabe noch länger dauert.

Die Berliner Zeitung besuchte am Dienstag die Spielplätze am Wasserturmplatz und an der Raabestraße im Prenzlauer Berg, dazu den an der Meyerbeerstraße in Weißensee. Überall bietet sich ein trauriges Bild: Spiel-Kombis, Stege, Schaukeln und Hängerutschen sind allesamt kaputt, verfallen und verfault. Immerhin im Fall des Wasserturmplatzes ist eine Instandsetzung bis Ende 2018 geplant.

Die Sanierungskosten variieren je nach Spielplatz zwischen 5000 Euro im Fall der Thomas-Mann-Straße und 300.000 Euro im Fall der Choriner Straße. Insgesamt braucht der Bezirk 3,21 Millionen Euro, um alle Sanierungen in der Liste abzuarbeiten. Aber hier liegt das Problem: Die Bezirkskasse ist relativ leer und das Personal in den Amtstuben ausgedünnt. Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) arbeitet an einer Lösung: Anwohner könnten helfen, die Spielplätze und Grünanlagen zu pflegen.