Berlin - Vor einigen Jahren hat das Land Berlin viele seiner Grundstücke noch meistbietend verkauft. Doch diese Zeit ist vorbei. Mittlerweile kauft Berlin Flächen zurück. Wie die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) am Dienstag mitteilte, hat die Stadt von der Deutschen Bahn (DB) vier Grundstücke in einem Paket-Verkauf erworben. Dabei handelt es sich um Grünflächen im Bezirk Treptow-Köpenick mit einer Größe von rund 12.000 Quadratmetern. Sie werden laut BIM „perspektivisch unter anderem für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen genutzt werden können“. Notwendig werden solche Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur, etwa bei größeren Bauprojekten. Dann werden Flächen für Ersatzpflanzungen von Bäumen oder Ersatzhabitate für Reptilien gebraucht.

Finanziert wird der Ankauf nach Angaben der BIM über das sogenannte Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA), eine finanzielle Rücklage des Landes für Projekte des größer werdenden Berlins. Zum Preis wurden zunächst keine Angaben gemacht. Weitere Ankäufe sind den Angaben nach geplant. Ziel der Ankäufe ist es laut BIM, der Flächenknappheit des Landes entgegenzuwirken.

Bahn machte ihr Flächenangebot transparent

„Die landeseigenen Flächen sind endlich“, sagte BIM-Geschäftsführerin Birgit Möhring. „Umso erfreuter sind wir über den ersten gemeinsamen Abschluss mit der Deutschen Bahn.“ Die Verhandlungen zum Ankauf weiterer Pakete liefen bereits auf Hochtouren. Dabei werde der Fokus in den kommenden Gesprächen auf Flächen „mit Entwicklungspotenzial“ liegen, so Möhring. Die Ankäufe dieser Flächen sollen über die Berliner Bodenfonds GmbH, eine Tochtergesellschaft der BIM, abgewickelt werden.

Die vier Flächen von der Bahn sollen noch in diesem Jahr ins Landeseigentum übergehen, erklärte Finanzstaatssekretärin Vera Junker. Der Ankauf sei Teil des schrittweisen Aufbaus einer Grundstücksreserve. Die Bahn habe ihre Immobilienbestände gegenüber dem Land Berlin „vollständig transparent gemacht“, sagte Alexander Kaczmarek, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Berlin. Flächen, die perspektivisch für den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur benötigt werden, seien nicht verkauft worden.