Wie oft mag Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den bedrohlich hoch sich auftürmenden Wellenkamm auf dem Gemälde „Brecher“ von Emil Nolde in ihrem Arbeitszimmer im Kanzleramt geschaut haben? War darin nicht ein Ausdruck genau jener Gefahren zu erkennen, durch die sie politisch in ihrer Amtszeit zu navigieren hatte? Finanzkrise, Flüchtlingsdrama, Brexit. Nun aber geht das Unbehagen von dem Bild selbst und der in solcher Ausführlichkeit noch nicht erzählten beschämenden Geschichte seines Malers Emil Nolde aus. Angela Merkel möchte das Bild aus dem Besitz der Staatlichen Museen, das sie zunächst in Form einer Art Amtshilfe als Leihgabe in die Aufsehen erregende Nolde-Ausstellung in den Hamburger Bahnhof gegeben hatte, nicht mehr zurückhaben.