Ein 32-Jähriger ist in der Nähe des Kottbusser Tors in Berlin-Kreuzberg erschossen worden. Zeugen hatten am Samstagabend gegen 22 Uhr mehrere Schüsse in einem Häuserdurchgang gehört und einen Mann davon rennen sehen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Das Opfer erlag zwei Stunden später seinen Verletzungen.

Laut „B.Z.“ und „Bild“ fahndet die Polizei nun nach mindestens zwei Rockern, die den „Hells Angels Türkiye Nomads“ angehören und in den Drogenhandel am „Kotti“ verwickelt sein sollen. Die Polizei bestätigte dies auf Anfrage nicht. Nach Informationen der Zeitungen handelt es sich bei dem Opfer um ein ehemaliges Mitglied der kriminellen Bande „36 Boys“. Der 32-Jährige galt demnach im Kiez als Respektsperson.

Ende August war ein 28-Jähriger, der Mitglied der Rockergruppe Guerilla Nation war, in Berlin-Lichtenberg ermordet worden. Der Mann war mit einem Motorrad unterwegs und wurde unvermittelt von mehreren Schüssen getroffen. Er flüchtete noch in eine Werkstatt, wo er zusammenbrach. Der oder die Täter entkamen unerkannt. Die Polizei ermittelt noch die Hintergründe der Tat.

Kottbusser Tor gilt als Kriminalitäts-Brennpunkt

Die Gegend rund um den U-Bahnhof Kottbusser Tor gilt mit zahlreichen Taschendiebstählen und Raubüberfällen als ein Kriminalitäts-Brennpunkt. Von 2014 auf 2015 hatten sich die Anzeigen wegen Diebstahls mehr als verdoppelt, auch Raub und Körperverletzungen hatte stark zugenommen. Es sind sichtbar mehr Polizisten unterwegs.

Laut einem „Bild“-Bericht vom Juli ist die Zahl der Straftaten im ersten Halbjah 2016 weiter deutlich gestiegen. Es gab demnach zum Beispiel 52 Raubstraftaten (83 im gesamten Jahr 2015), 49 Fälle von Körperverletzung (67) sowie Widerstand gegen Polizeibeamte in 32 Fällen (27).

Im April hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) in den ARD-„Tagesthemen“ eingeräumt, dass es an manchen Orten, wie am Kottbusser Tor, dringend erforderlich sei, die Lage zu verbessern. (dpa)