Berlin - In Kreuzberg war es noch nie so bequem, an Drogen zu kommen wie heute. Die U-Bahn hält am Görlitzer Bahnhof, man tritt heraus, und eine halbe Treppe weiter unten könnte man schon kaufen. Rechts stehen arabische Jungs, links Schwarzafrikaner. Rechts gibt es die harten Sachen, Heroin, Kokain, Spritzen, Besteck, links alles, was ein bisschen softer ist und trotzdem dröhnt. Kreuzberg ist ein Eldorado für Drogendealer und ihre Kunden, vielleicht schon immer, aber noch nie so massiv wie heute.

Wer bei den Jungs auf der halben Treppe nicht kaufen will, könnte es unten, unter der Hochbahn tun. Drei junge Männer warten dort lässig an die Säulen gelehnt. Zwei stehen ein paar Meter weiter an der Ampel und sieben gegenüber auf der anderen Straßenseite. „Hallo“ grüßt freundlich einer der Männer. Blickkontakt reicht aus, um ein Verkaufsgespräch anzukurbeln. Wer den Blick senkt oder abweisend wirkt, wird nicht angesprochen. Man muss nicht kaufen, so weit ist es in der Nähe des Görlitzer Parks doch noch nicht.

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