Berlin - Ach, Fuchsi! Mit einer Mahnwache vorm Prinzenbad  wollen die Piraten an diesem  Mittwoch seiner gedenken. In dem Kreuzberger Bad kam Fuchsi am Himmelsfahrtswochenende gewaltsam zu Tode. Das hat viele Menschen empört – was sich in herzzerreißenden Zeitungsartikeln und empörten Kommentaren im Internet niederschlug.

Dort las sich die Geschichte so:  Es war einmal ein niedlicher Fuchs, „das heimliche Maskottchen vom Prinzenbad“, beliebt bei den Gästen, vor allem den Kindern. Doch am ersten Tag der Freibadsaison wird Fuchsi apathisch im Gebüsch entdeckt. Die Polizei kommt, diese holt einen Stadtjäger. Und was macht der? Er erschießt Fuchsi. Im Bad! Vor den Gästen! 

Geladene Waffe im Sommerbad

Für Kinder, die Fuchsis Tod mit ansehen mussten, sei das eine traumatische Erfahrung gewesen, sagt Piratenchef Bruno Kramm. Die „Exekution“ sei „völlig unverhältnismäßig“ gewesen. Man hätte das Tier  betäuben können. Überhaupt: „Eine geladene Waffe hat in einem Bad nichts zu suchen.“ Was, wenn ein Besucher ins Schussfeld geraten wäre?
Kramm wirkt ehrlich empört.

Aber es gibt auch eine andere Version der Geschichte. Die wird beispielsweise von den Bäderbetrieben erzählt. Demnach gab es kein Maskottchen namens Fuchsi im Prinzenbad. Dort kann man zwar seit Jahrzehnten Füchse sehen – wie übrigens in fast allen Freibädern. Ob es immer dieselben sind oder nicht, kann aber niemand sagen. 

Dass der Fuchs im Bad krank war, wird nicht mal von den Fuchsi-Fans bestritten. Die Entscheidung, ob und wie er eingeschläfert werden musste, sei Sache der Fachleute, sprich des Stadtjägers, sagt Bäder-Sprecher Matthias Oloew. Da maße man sich keine Kompetenzen an. „Es war aber nicht so, dass  der Stadtjäger kam und losgeballert hat.“ Die Polizei habe das Geschehen abgeschirmt. Der  Jäger habe   einen Schuss aus nächster Nähe abgegeben: „Er kniete direkt vor dem Fuchs.“ Eine Gefährdung der Badegäste sei ausgeschlossen gewesen. Die einzige Kritik der Bäderbetriebe:  „Wir hätten uns gewünscht, das Ganze wäre sensibler vonstatten gegangen.“ So hätte die Polizei die Szene noch weiträumiger abschirmen können.

Man kann nun wählen, welche Geschichte die glaubwürdigere ist. Sicher ist nur: Die Vorstellung, dass ein kranker Fuchs im Prinzenbad herumstreift und womöglich von Kindern gestreichelt wird, ist auch höchst unangenehm.