Das ehemalige US-Militärkrankenhaus in der Lichterfelder Fabeckstraße, das seit 2006 weitgehend leer steht und verkommt, soll zum Gründungs- und Technologiezentrum „FUBIC“ werden. 50 Millionen Euro wird der Umbau kosten, dazu kommen Mittel von Privatfirmen aus dem High-Tech-Bereich, die um das Zentralgebäude herum sechs neue Produktionsgebäude errichten sollen.

1976 fertiggestellt, nach dem Abzug der Amerikaner an die Charité übergeben und seit elf Jahren nur noch in Teilen von der Bundesanstalt für Materialprüfung und –forschung (BAM) und einigen Firmen genutzt, hat jetzt die WISTA, Mutterfirma der Wissenschaftsstadt Adlershof, das fünf Hektar große Gelände übernommen, das von wild wachsender Vegetation überwuchert ist. Auch als Film-Set wurde das Haus noch genutzt, weshalb an einer Tür noch „Station für Schwerverbrannte“ des „Klinikums Frankfurt“ prangt.

80 Firmen sollen einziehen

Wenn alle Gebäude 2021 fertig sind, sollen – so die Planung – nach und nach bis zu 80 Firmen mit rund 1000 Beschäftigten in Büros und Labore einziehen. Sie sollen sich vorwiegend mit Biowissenschaften, aber auch mit Kommunikations- und Informationstechnologien sowie Gesundheitswirtschaft befassen. Alles Themen, die auch die Freie Universität (FU) beackert.

Vor allem die Neugründungen sollen von der Nähe zur FU, zum Charité-Klinikum Benjamin Franklin und vier Max-Planck-Instituten profitieren und die großen Computer der FU nutzen. Uni-Absolventen können Unternehmen gründen und behalten den engen Kontakt zu ihren Instituten. FU-Präsident Peter-André Alt kann zwar mit jährlich 25 stabilen Ausgründungen aus seiner Uni punkten – aber mehr als zwei Drittel verlassen bislang das Umfeld der FU, weil sie keine Räume finden. Das Zusammenwirken von Wirtschaft und Wissenschaft funktioniert dann nicht mehr.

Präsidialamt der FU als "Gründer-Villa" nebenan

Das Hauptgebäude wird entkernt und von vier auf sechs Geschosse erhöht, so dass die Nutzfläche mit 18.600 Quadratmetern in etwa gleich bleibt. Eine Investitionsruine auf dem Gelände und ein Schwesternwohnheim werden abgerissen.

Damit das Areal bis zur Fertigstellung nicht brachliegt, sieht die WISTA die Möglichkeit, Container-Labore aufzustellen. 2018 wird außerdem das ehemalige Präsidialamt der FU nebenan in der Altensteinstraße als „Gründer-Villa“ in Betrieb genommen.

FUBIC ist ein Gemeinschaftsprojekt von Steglitz-Zehlendorf, FU, WISTA und der Senatswirtschaftsverwaltung. Rund fünf Millionen Euro steuert die WISTA bei, die übrigen 45 Millionen kommen aus der Wirtschaftsförderung von Bund und Ländern.