Der Jubiläums-Marathon ist gerade mal zweieinhalb Wochen her, schon stecken die Veranstalter des SCC Events mitten in den Vorbereitungen für die 41. Auflage des größten Stadtlaufs in Deutschland. „Insgesamt 74 707 Sportler haben sich für den Berlin-Marathon 2014 registrieren lassen“, sagte am Mittwoch Thomas Steffens, Sprecher der Organisatoren. Die zweiwöchige Frist für die Registrierung endete in der Nacht zu Dienstag. Einen Startplatz haben die Läufer damit aber längst nicht sicher. Denn erstmals in der Geschichte des Berlin-Marathons werden sie unter den Bewerbern verlost.

Gleiche Chance für alle

Das Anmeldeverfahren hat der SCC Events geändert, nachdem im vergangenen Jahr die 31 000 frei verfügbaren Startplätze innerhalb von nur dreieinhalb Stunden über das Internet ausgebucht waren. Der SCC hat danach das Losverfahren zwar nicht favorisiert, jetzt aber eingeführt. Geschäftsführer Jürgen Lock erklärt, dass es „allen Läufern die gleiche Chance“ biete.

Mit der Anmeldezahl 74 707 sind die Veranstalter zufrieden. „Das liegt in dem Bereich, womit wir im positiven Sinne gerechnet haben“, sagt Sprecher Steffens. Zum Vergleich: Die Zahl der Bewerber entspricht fast exakt der Zuschauerzahl im Olympiastadion bei einem ausverkauften Hertha-Heimspiel.

Doch nicht einmal jeder zweite Interessent wird bei der Verlosung am 30. Oktober auch einen Startplatz erhalten. Die wird nicht von Hand durchgeführt, vielmehr wird die Reihenfolge der Starter per Computerprogramm ermittelt. Unberücksichtigt bleiben dabei die Nationalität, Alter und Geschlecht. Spezielle Kontingente etwa für deutsche Teilnehmer oder Läufer aus Berlin werden nicht vergeben. Alles bleibt dem Zufall überlassen. Doppelbewerbungen etwa über verschiedene E-Mail-Adressen soll das System dabei automatisch aussortieren. Die ausgewählten Läufer werden laut SCC dann benachrichtigt und erhalten einen Anmeldecode – vom 4. bis 11. November müssen sie sich verbindlich anmelden. Bleiben Plätze frei, rücken die nächstfolgenden Bewerber nach.

Keine "Schnäppchenplätze" mehr

Wie Steffens sagt, könne man erst dann Angaben über das Teilnehmerfeld machen, zum Beispiel wie viele Starter aus Berlin kommen und ob die Läufer aus Dänemark immer noch die stärkste ausländische Fraktion stellen. In diesem Jahr waren fast 18 000 Deutsche am Start, 6 448 Läufer kamen aus Dänemark. Außer dem Losverfahren gibt es eine weitere Änderung: Die Startgebühr beträgt für alle Starter 98 Euro. „Schnäppchen-Plätze“ für 60 Euro gibt es nicht mehr.

Wer keinen Startplatz hat, dem bleibt nur noch, es bei Reiseveranstaltern zu versuchen und ein Pauschalangebot samt Platz zu buchen. Wie bisher gehen von den insgesamt 40 000 Startplätzen 8 000 an Reiseveranstalter, weitere 1 000 sind Charity-Tickets. Für Inline-Skater gibt es eine gesonderte Anmeldung, sie ist bis August 2014 möglich. Auch die Läufer des Jubilee-Clubs mit mehr als zehn Berlin-Marathons können sich separat anmelden.