Berlin - Das Prinzip ist für Studenten in Deutschland neu: Je nachdem, wie lange man bleibt, kann man in dem neuen Wohnhaus ein Zimmer mieten und alle Vorzüge eines Hotels in Anspruch nehmen. Oder auf der Wohnetage mit anderen Studierenden in der Gemeinschaftsküche zusammen kochen oder einfach nur quatschen. Ein bisschen Hotel, ein bisschen Wohnheim – das soll den Charme des neuen The Student Hotel an der Alexanderstraße in Mitte ausmachen.

Die Idee für diese neue Art des Studentenwohnens hatte der schottische Unternehmer Charlie MacGregor schon vor ein paar Jahren. Erstmals hat er sie in Amsterdam verwirklicht, später in Spanien und Frankreich. Jetzt kommt er mit seinem Konzept auch nach Deutschland und will es in großen und modernen Universitätsstädten umsetzen. Besser als Berlin passt dabei für ihn keine Stadt. „Wir freuen uns, unser deutsches Abenteuer in Berlin zu beginnen“, sagt MacGregor. Er ist der Geschäftsführer der The Student Hotel-Gruppe, die ihren Sitz in den Niederlanden hat. Sein Projekt hat er kürzlich auf der Immobilienmesse Expo-Real in München präsentiert.

Auch für Geschäftsreisende

Vorgesehen ist der Neubau auf der riesigen Brachfläche hinter dem Einkaufszentrum Alexa. Auf dem Grundstück an der Alexanderstraße Ecke Schicklerstraße sollen insgesamt 457 Appartements entstehen, sagt MacGregor. Die Zimmer sind zwischen 18 und 25 Quadratmeter groß. Eigene Kochzeilen, wie sie andere Investoren in ihren Studentenappartements anbieten, gibt es nicht. Stattdessen wird es auf der Etage eine rund 30 Quadratmeter große Gemeinschaftsküche geben.

Zu MacGregors Konzept gehören weitere Gemeinschaftseinrichtungen, die von den Studierenden mitgenutzt werden können. Dazu zählen Bibliotheken, Studienzimmer, Fitnesseinrichtungen sowie Tagungs- und Begegnungsräume. Sie sollen im Erdgeschoss auf rund 2 000 Quadratmetern Fläche untergebracht werden. In das Hotel dürfen sich nicht nur Studenten einmieten, sondern auch Geschäftsreisende und Manager sowie Stadttouristen. Idee von MacGregor ist es, dass sie in dem Hotel den Studenten begegnen und so neue Kontakte entstehen. „The Student Hotel wird Studenten, Start-ups und die lokale Nachbarschaft vernetzen“, sagt MacGregor.

Preiswert wird diese Form des Studentenwohnens allerdings nicht sein. Ein Zimmer wird ab 650 Euro pro Monat kosten. Darin enthalten sind ein Fahrrad, die Möblierung und die Nutzung der Gemeinschaftseinrichtungen. Preise für Tages- und Wochenmieten stehen noch nicht fest. Sie sollen aber gestaffelt sein. Nach dem Prinzip: Je länger man im The Student Hotel wohnt, desto niedriger der Preis.

Jenseits der Schmerzgrenze

Die Studentenzimmer zählen dennoch zu den teuersten der Stadt. Die Luxusappartements an der Keibelstraße nahe Alexanderplatz zum Beispiel wurden für Warmmieten von knapp 20 Euro pro Quadratmeter angeboten, was vor ein paar Jahren als viel zu teuer für die Hauptstadt galt, mittlerweile aber durchaus gezahlt wird. Zum Vergleich: Studenten sehen Mieten von etwa 350 Euro als Schmerzgrenze an. Für WG-Zimmer werden derzeit im Schnitt 420 Euro gezahlt.

Im kommenden Jahr soll der Baustart für das Studentenhotel erfolgen, das 2019 eröffnet werden soll. Die Architektur hat das Büro KSP Jürgen Engel Architekten entworfen. Es ist bereits dessen zweiter Entwurf für das Grundstück, das ursprünglich dem Unternehmen OFB Projektentwicklung aus Frankfurt am Main gehörte, jetzt aber an The Student Hotel verkauft wurde.