Berlin-Mitte: Polizei sprengt Kinderschänderring

Berlin - Lange ging es gut für Alexander G., seine Kunden und Komplizen. Sie sollen Kinder sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben. Der 36-Jährige soll dabei aktiv beteiligt gewesen sein. Nach Informationen der Berliner Zeitung hat die Polizei Hinweise darauf, dass der Tatverdächtige seit August 2013 mit minderjährigen Mädchen in Kontakt steht und diese zu sexuellen Handlungen mit Erwachsenen zwingt.

Am Dienstag und Mittwoch flog der Kinderschänderring auf. Polizisten und Staatsanwälte durchsuchten an beiden Tagen insgesamt 23 Wohnungen, Büros und Lagerräume unter anderem in Berlin, in Bielefeld, der Pfalz sowie in Österreich. Gegen Alexander G., ein Eventmanager aus Berlin, hatte ein Richter zuvor Haftbefehl erlassen, weil er als Haupttäter gilt. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Sex-Utensilien, Klebeband und Plastikplanen im Auto

Bei der Razzia am Dienstag wurde auch die Wohnung eines 26-Jährigen in Charlottenburg durchsucht, der ebenfalls tatverdächtig ist. Am Mittwoch inspizierten Ermittler dann in Bielefeld die Wohnung eines 42-jährigen Beschuldigten. Man habe entscheidende Beweismittel sicherstellen können, die den Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern erhärten, hieß es am Donnerstag.

So wurden Handys und Speichermedien wie SD-Karten entdeckt, die in Kellern und Lagerräumen versteckt aufbewahrt waren.

Außerdem wurde das Auto, von Alexander G. vor dessen Wohnung in Mitte beschlagnahmt. Im Inneren des Wagens lagen neben Sex-Utensilien auch ein Spaten, Plastikplanen und Gewebeklebeband. Was er damit wollte, ist noch unklar.

Elf Mädchen wurden Opfer der Kinderschänder

Der Tipp eines V-Mannes der Polizei hatte die Ermittler auf den 36-Jährigen gebracht. Demnach soll G. als sogenannter Operator im Internet minderjährige Mädchen an Kunden vermittelt haben. Er selbst soll ebenfalls Minderjährige sexuell missbraucht haben. Insgesamt sollen elf Mädchen als Opfer betroffen sein. Ein verdeckter Ermittler konnte zwei 13-jährige Mädchen identifizieren.

Im Darknet kommuniziert

Das Verfahren wegen Zwangsprostitution und schweren sexuellen Missbrauchs läuft seit November vergangenen Jahres. Zunächst übernahmen Fachleute der Dresdener Polizei, die auf solche Fälle spezialisiert sind, die Ermittlungen.

Für die Fahnder war es schwer, auf Alexander G. und dessen Komplizen zu kommen, weil sie sich äußerst konspirativ verhielten: So kommunizierten sie zum Beispiel in geschlossenen Foren im Darknet. Das ist ein Teil des Internets, der nur über anonyme Browser erreicht werden kann und eine sichere Kommunikation bietet. Die Foren können nicht mit gewöhnlichen Suchmaschinen gefunden werden. Ein Teil des Darknets wird deshalb auch von Kriminellen genutzt.