Berlin-Mitte: So sieht es im Wohnhaus "Sapphire"von Architekt Daniel Libeskind aus

Berlin - Spitz laufen Ecken und Kanten zu, die Fassade schimmert silbern im Licht – an der Chausseestraße in Mitte ist eines der spektakulärsten Häuser Berlins fertig geworden. Sapphire heißt es, auf Deutsch: Saphir. Nach Plänen des US-Star-Architekten Daniel Libeskind ist der Neubau gegenüber dem Haupteingang der künftigen Zentrale des Bundesnachrichtendienstes errichtet worden. 72 Eigentumswohnungen im oberen Preissegment sind hier entstanden, im Erdgeschoss gehört ein Supermarkt dazu.

„Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Michael Pelzel. Der 38-jährige Schweizer hat sich eine etwa 90 Quadratmeter große Wohnung im Sapphire gekauft. Pelzel, Musiker und Komponist, steht auf der Dachterrasse und genießt den Blick. Fernsehturm, Charité und Potsdamer Platz sind von hier zu sehen. „Die Aussicht ist fantastisch“, sagt er. Zumindest die Fernsicht. Die Fassade der nahe gelegenen BND-Zentrale ist ihm „ein bisschen zu wenig verspielt“, sagt Pelzel. Eine freundliche Umschreibung für langweilig.

Libeskind-Wohnhäuser in Singapur und Warschau

„Die Architektur von Daniel Libeskind hat mir schon immer gut gefallen“, sagt Pelzel. In Berlin ist es das erste Wohnhaus, das der Architekt entworfen hat. Das Jüdische Museum in Kreuzberg stammt von ihm. Weitere Wohnhäuser hat er in Singapur und Warschau entworfen. Pelzels Wohnung im Berliner Libeskind-Bau hat drei Zimmer mit Wohnküche, zwei Bäder und einen Balkon.

Über eine Treppe im Wohnzimmer geht es durch ein zu öffnendes Oberlicht auf die 53 Quadratmeter große Dachterrasse. Zur Ausstattung der Wohnung gehören Fußbodenheizung, Kamin, Holzdielen und im Bad eine bodengleiche Dusche. Besonderer Clou: Die silbern schimmernden Fliesen der Fassade finden sich auch an den Wänden der Bäder.

„Es ist schon etwas Besonderes“, sagt Pelzel. Dadurch, dass die Wohnung zum Hof errichtet wurde, ist sie ruhig.  Die Fensterfront zum Hof verläuft etwas schräg, ebenso der Balkon – ansonsten ist von den typischen zackigen Formen Libeskinds in den Wohnungen nichts zu sehen. Probleme mit den Möbeln dürfte es also nicht geben.

Fast alle Wohnungen vergeben

Libeskind verkauft sich gut. Bis auf zwei Penthouses sind alle Wohnungen im Sapphire vergeben. Die Käufer kommen überwiegend aus Süd- und Westdeutschland, darüber hinaus aus Italien, Israel, den USA, aus Russland, China, Luxemburg und Dubai. Die Preise der Wohnungen liegen zwischen 4150 und 15.000 Euro je Quadratmeter. Die teuersten kosten einige Millionen. Wie teuer seine Wohnung war, möchte Pelzel nicht  sagen. 

„Berlin ist für mich so etwas wie die zweite Heimat geworden“, sagt der Schweizer Komponist. Hier hat er an der Musikhochschule Hanns Eisler studiert. Er lebt und arbeitet in Zürich. „Ich wollte eigentlich schon immer eine Wohnung in Berlin kaufen“, sagt Pelzel. „Aber in einem ganz anderen Preissegment, und eher im Altbau.“ Dann erfuhr er jedoch vom Libeskind-Projekt – und entschied sich dafür. Selber wohnen will Pelzel dort aber nicht. Vielleicht später. Der 38-jährige will die Wohnung vermieten.

"Liebeserklärung" an Berlin

Daniel Libeskind bezeichnet sein Wohnhaus als eine Art „Liebeserklärung“ an Berlin. „Ich habe das Gebäude Sapphire genannt, weil es zur Stadt und ihren Menschen passt“, so der Architekt. Ein Saphir sei nicht nur etwas Hübsches, sondern auch rau, hart, beständig, schroff und widerstandsfähig. Also ganz so wie Berlin und die Berliner. Der Sapphire soll freilich nicht Libeskinds einziges Wohnhaus in Berlin sein. Der Star-Architekt plant dem Vernehmen nach weiterhin den Bau preiswerter Wohnungen.