Berlin - Eine Handvoll NPD-Anhänger hat am Mittwochmittag gegen 12 Uhr vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Moabit eine Kundgebung abgehalten. Unter ihnen war auch Frank Franz, Bundesvorsitzender der NPD und Sebastian Schmidtke, Berliner NPD-Landesvorsitzender. Im Lageso werden ankommende Flüchtlinge registriert. Den Anhängern der NPD standen rund Hundert Gegendemonstranten gegenüber, die die Kundgebung der NPD mit lauten Rufen und Pfeifen störten.

Die Polizei war mit rund 50 Beamten in Einsatz. Die Kundgebung verlief ruhig und war nach rund einer Stunde vorbei. Danach tanzten auf der Turmstraße vor dem Lageso Flüchtlinge und Gegendemonstranten zu kurdischer Musik.

Dieser Inhalt ist nicht mehr verfügbar.

Insgesamt sind am Mittwoch knapp 900 Flüchtlinge in Berlin angekommen. Rund 500 trafen aus München über Ungarn ein, knapp 400 meldeten sich in der Zentralen Anlaufstelle beim (LaGeSo), wie eine Sprecherin der Sozialverwaltung am Mittwoch sagte.

300 Flüchtlinge

Insgesamt sprachen aber mehr als 300 Flüchtlinge am Dienstag im LaGeSo vor, darunter 780 in der Leistungsstelle zur Geld-Auszahlung und Hunderte, die bereits registriert sind, für andere Anliegen. Insgesamt nahm Berlin vom 1. bis zum 8. September 1826 Asylbewerber auf. Anfang August waren es im selben Zeitraum 1146, im September 2014 gar nur 400, sagte die Sprecherin.

Leerstehende Wohnungen

Zur Unterbringung von Flüchtlingen sollte Berlin nach Ansicht der Volkssolidarität auch leerstehende Wohnungen beschlagnahmen. „Die Rechtsgrundlage gibt es“, erklärte Vorstandschefin Heidi Knake-Werner am Mittwoch. Konkret geht es um Gebäude, die vom Eigentümer nicht vermietet oder verkauft werden, da er auf eine höhere Rendite spekuliert. Für die Unterbringung der Asylbewerber müssten zudem die Wohnungen der städtischen Unternehmen stärker genutzt werden. „Was wir jetzt dringend brauchen, ist viel mehr städtischer, bezahlbarer Wohnraum“, forderte Knake-Werner. (mit dpa)