In Berlin geht bei der Deutschen Bahn (DB) eine Ära zu Ende. Am 26. April wird zum letzten Mal ein Reisezug mit Autotransportwagen die Stadt verlassen. Das teilte eine DB-Sprecherin mit. Mit der Verbindung nach München fällt auch der letzte Berliner Autoreisezug weg.

Zwar können Bahn-Fahrgäste auf dieser Strecke auch weiterhin einen Autotransport buchen. Doch vom 27. April an werden Autos und Motorräder zwischen Wannsee und München Ost nicht mehr mit demselben Zug wie ihre Besitzer, sondern separat per Lkw befördert.

„Auto + Zug“ heißt das neue Konzept. In der Nebensaison gibt es dreimal, von Juli bis September viermal wöchentlich eine Verbindung. Motorräder werden bis zu zweimal pro Woche befördert. Bislang wurden täglich Fahrzeuge befördert.

Tradition endet nach 45 Jahren

1930 fuhr der erste Autoreisezug durch Deutschland, auch in der DDR gab es ein solches Angebot – von Dresden aus nach Budapest. Das Berliner Terminal am Bahnhof Wannsee wurde von der Deutschen Reichsbahn im Mai 1969 eröffnet.

Doch in den vergangenen Jahren hat DB Autozug die Verbindungen kräftig ausgedünnt. Ende 2012 fielen von den letzten acht Routen sieben weg – unter anderem die Züge nach Narbonne in Frankreich, Bozen in Italien und Innsbruck in Österreich. Auch den Autotransport, den die Österreichischen Bundesbahnen zwischen Berlin und Wien offeriert hatten, gibt es nicht mehr.

Ein Anlass für die Einstellung des letzten Autoreisezugs ist, dass die Wagen für den Fahrzeugbeförderung in die Jahre kommen und ausgemustert werden müssen. Revisionen lohnen sich aus Sicht der DB nicht, weil das Geschäft zurückgegangen ist. Urlaubsreisende greifen immer häufiger auf die Kombination Flugzeug und Mietwagen zurück. Zudem fanden Interessenten die Fahrpreise abschreckend hoch, die eingesetzten Schlaf- und Liegewagen waren nicht die jüngsten.

Auch der Nachtreiseverkehr ist ausgedünnt worden. Einige Schlafwagenverbindungen ab Berlin gibt es aber weiterhin – unter anderem nach Zürich, Paris, Amsterdam, Kopenhagen, Wien und Moskau.