Berlin: Nach der Unterbringung von Flüchtlingen in der Turnhalle der Hector-Petersen-Schule

Ziemlich schmutzig, aber gut in Schuss. So lässt sich der Zustand der Turnhalle der Hector-Petersen-Schule in Kreuzberg beschreiben. In der verlassenen Halle ist es ruhig. Vor wenigen Wochen herrschte hier noch geschäftiger Betrieb. Etwa 200 Flüchtlinge haben knapp acht Monate lang in der Sporthalle gelebt – auf engstem Raum. Vor zweieinhalb Wochen wurden die Bewohner umquartiert.

Die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales will bis zum Spätherbst alle 63 mit Flüchtlingen belegten Turnhallen räumen. Neun Gebäude sind inzwischen wieder frei. Die Halle am Tempelhofer Ufer war eine der ersten. Offen war bislang die Frage, in welchem Zustand sich die Gebäude nach der Dauerbelegung durch Hunderte Menschen befinden würden.

Verdreckte Dusche, Schimmel an der Decke

Am Tempelhofer Ufer scheinen die Schäden auf den ersten Blick gering zu sein. Hausmeister Hans-Uwe Griep führt durch die Räume und zeigt, was wo repariert oder renoviert werden muss. „Dachfenster geht nicht mehr auf“, „Risse an den Fliesen“ und ähnliche Schäden tauchen auf der Schadensliste auf, die er auf einem Klemmbrett befestigt hat. „Die Halle ist eben nicht für einen 24-Stunden-Betrieb eingestellt“, sagt der Mann mit dem Walrossbart, bevor er in der verdreckten Dusche auf den Schimmel an der Decke zeigt. Neben einer Toilettenschüssel hängt ein Schild, auf dem in Englisch steht: „Bitte werft das Toilettenpapier ins Klo und nicht daneben oder sonst wohin“.

Wenn der erste Ekel verflogen ist, sieht aber alles nicht so schlimm aus. Richtig sauber ist es zwar nirgendwo, aber zerstört ist nichts. Auf der Spielfläche ist bereits gefegt worden, der Dreck liegt nun nur noch an den Rändern. Hausmeister Griep zieht an einem hochgezogenen Tor zum Geräteraum. „Das muss auch neu gemacht werden“, sagt er. Vieles scheint hier ausgeleiert zu sein durch die Dauernutzung der Halle, die eigentlich nur für den Sportbetrieb vorgesehen ist.

Vor der Sanierung muss auf ein Gutachten gewartet werden

Die Berliner Immobilienmanagement (BIM) übernimmt für den Berliner Senat die Begutachtung der zurückgegebenen Turnhallen. Wann die Halle am Tempelhofer Ufer wieder für den Schulsport zur Verfügung stehen wird, kann das Unternehmen noch nicht abschätzen. Eine Reinigung plus Desinfektion könnte etwa innerhalb einer Woche durchgeführt werden, sagt ein Mitarbeiter bei der Begehung. Aufwendigere Sanierungen könnten mehrere Monate dauern, der Tausch von einzelnen Fliesen und Armaturen sowie Malerarbeiten sei allerdings zum Teil auch während des laufenden Betriebs durchführbar. Alles würde vom Gutachten des beauftragten Architekten abhängen. Die Kosten für die Sanierung der Turnhallen trägt das Lageso.