Zwei Tage nach Lieckes 47. Geburtstag wurde auf ein Auto seiner Familie ein Brandanschlag verübt. Die Feuerwehr konnte nicht verhindern, dass der Wagen ausbrannte.
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BerlinEr sagt, er lasse sich nicht einschüchtern. „Ich bleibe meiner Linie treu. Mein Ziel ist es nach wie vor, gegen Kriminelle der Clans vorzugehen. Und auch gegen Extremismus werde ich weiter meine Stimme erheben.“ So spricht Falko Liecke, Neuköllns stellvertretender Bezirksbürgermeister

Zwei Tage nach Lieckes 47. Geburtstag wurde auf ein Auto seiner Familie ein Anschlag verübt. Am Morgen des Sonnabends, kurz nach fünf Uhr, stand der Golf von Lieckes Frau, der vor dem Haus geparkt war, in Flammen. Die Feuerwehr konnte nicht verhindern, dass der Wagen ausbrannte.

Clan-Milieu und Linksextremismus unter Verdacht

Die Polizei geht von einem politischen Hintergrund des Brandanschlags aus. Deshalb übernahm der Staatsschutz die Ermittlungen. Einzelheiten dazu wurden auch an diesem Sonntag noch nicht mitgeteilt. Fahnder gehen jedoch davon aus, dass der Anschlag gegen den CDU-Politiker gezielt verübt worden ist.

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„Vermutlich wollte der Täter mit dem Abfackeln des Autos zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, sagt Liecke selbst. Dazu muss man wissen: Zum einen geht der CDU-Mann seit langer Zeit gegen die Clankriminalität im Bezirk vor. Und zum anderen arbeitet seine Frau als Polizistin. Es gebe viele Leute, die ihre Arbeit nicht so toll finden, sagt Falko Liecke. Der Stadtrat schließt aber auch eine Tat der linksextremistischen Szene nicht aus, weil er sich auch mit diesem Thema immer wieder politisch beschäftigt.

Viel Kritik nach Vorstoß zu Kinderschutz im Clan-Milieu

Falko Liecke, der im Mai vergangenen Jahres   als stellvertretender Landesvorsitzender seiner Partei gewählt wurde, hat schon oft für Schlagzeilen in der Stadt gesorgt. So regte er einst an, den Trägerverein Islamische Gemeinschaft Berlin e. V. der Al-Nur-Moschee in Neukölln verbieten zu lassen und dessen Gemeinnützigkeit abzuerkennen. Er reagierte damit auf die in der Mosche gehaltenen frauenverachtenden und antisemitischen Reden.

Von Flüchtlingen und Migranten forderte Liecke die Anerkennung der Werte des Grundgesetzes. Er war einer der ersten Unterzeichner eines Briefes von CDU-Politikern, der sich gegen die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel richtete.

Für Aufsehen sorgte ebenfalls Falko Lieckes Vorstoß, den Kinderschutz in kriminellen Großfamilien zu untersuchen und das kriminelle Umfeld als Kindeswohlgefährdung zu definieren. Im Ergebnis müsse man dann die Kinder aus den Familien nehmen, erklärte Liecke. Auch diese Äußerung brachte dem konservativen Berliner Politiker vor allem viel Kritik ein.