Berlin - Der Protest hat sich gelohnt: Gastronomen im Kollwitzkiez in Prenzlauer Berg müssen die Grünpflanzen in ihren Schankvorgärten nicht auf höchstens einen Meter zurückschneiden.

Das hat der zuständige Stadtrat Torsten Kühne (CDU) einer Delegation von Gastwirten am Montag zugesichert. „Die Ein-Meter-Regelung ist vom Tisch“, sagte Kühne. Nun würden die Regeln für Schankvorgärten „mit Augenmaß“ überarbeitet werden. Die IHK soll beim Festlegen der Kriterien mithelfen. „Wir wollen das Problem gemeinsam von allen Seiten beleuchten“, sagte Axel Rautenberg, Mitinhaber des Restaurants Anna Blume in der Kollwitzstraße.

Protest gegen die berlinweit einmalige Regelung

CDU-Politiker Kühne war vor zwei Wochen scharf kritisiert worden, weil Mitarbeiter des Pankower Ordnungsamtes 13 Gastronomen rund um den Kollwitzplatz aufgefordert hatten, kleine Bäume aus Pflanzkübeln zu entfernen und weitere Pflanzen darin auf einen Meter zu kürzen. Kühne begründete diese ungewöhnliche Regelung damit, dass die Pflanzen die Sicht behindern würden, vor allem Fußgänger, Kinder und Rollstuhlfahrer seien davon betroffen.

Ein Restaurantbesitzer im Viertel hatte dem Ordnungsamt zuvor Fotos von Pflanzkübeln vor anderen Lokalen geschickt, nachdem sich eine Ladeninhaberin über seinen recht hochgewachsenen Bambus in Pflanzkübeln beschwert hatte.

Gegen die berlinweit einmalige Regelung hatten Umweltverbände protestiert, Politiker und der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Auch im Bezirksparlament wurde Kühne kritisiert. (str.)